Eine düstere Atmosphäre und viele Geheimnisse

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chrischid Avatar

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Theo erfasst eine eigenartige Unruhe, als sie dem Anwesen der Familie ihres Verlobten näher kommt. Seine Familie macht keinen Hehl aus ihrer Skepsis Theo gegenüber, was ihr Unbehagen noch verstärkt. Oder ist es reine Verunsicherung darüber, dass jemand hinter die schicke Fassade der Daltons blicken könnte?

Zwischen den Zeilen erschafft die Autorin früh eine düstere Atmosphäre, durch die sich ein regelrechter Sog entwickelt. Man kann schlichtweg nicht anders als immer weiterzulesen beziehungsweise -hören. Dass mehr als nur ein Geheimnis gelüftet werden wird, scheint offensichtlich. Die Komplexität diverser Querverbindungen bleibt jedoch zunächst im Dunkeln.

Der Hörer durchlebt ein emotionales Auf und Ab, das durch die großartige Sprecherleistung gekonnt in Szene gesetzt wird. Ab einem gewissen Zeitpunkt kann man nicht einmal mehr seiner Intuition trauen, da alles möglich erscheint. Wer ist Freund, wer Feind? Unmöglich hundertprozentig zu beantworten. Die Spannung steigt ins Unermessliche …

… kann sich dann jedoch nicht auf demselben Niveau bis in Finale retten. Es handelt sich selbstredend nur um Nuancen, ist aber dennoch schade. Das Potenzial ist vorhanden, konnte allerdings nicht in Gänze ausgeschöpft werden. Selbstverständlich ist „Eisnebel“ trotzdem eine klare Empfehlung wert und passt prima in die trübe Jahreszeit, ganz gleich ob man liest oder hört.