Wenn der Nebel sich langsam lichtet
„Eisnebel“ von Kate Alice Marshall ist ein atmosphärischer, ziemlich mysteriöser Thriller, packend gelesen von Heike Warmuth.
Auf dem luxuriösen und abgeschiedenen Winterdomizil der Daltons soll die 24-jährige Theodora erstmals die schwerreiche Familie ihres Verlobten Connor kennenlernen. Doch die Familie verhält sich Theo gegenüber ebenso frostig wie das Wetter. Noch dazu fällt es Theo immer schwerer die sorgsam gehüteten Geheimnisse über die unschönen Ereignisse ihres bisherigen Lebens und ihre nahezu gänzlich fehlenden Kindheitserinnerungen zu bewahren. Der Familienbesitz Idlewood erscheint ihr jedoch seltsam vertraut und immer wieder blitzen Erinnerungsfetzen in ihr auf von denen sie nicht sicher ist, ob sie real sind oder ihrer Fantasie entspringen. Einzig die Tatsache, dass hier vor vielen Jahren etwas Schreckliches passiert ist und Connors Familie darin verwickelt ist, wird Theo nur allzu bewusst. Wem kann sie noch trauen an diesem Ort, dem sie nicht entkommen kann? Und können die Daltons Theo trauen oder hegt sie gefährliche Hintergedanken?
Das hübsche Cover zeigt eine feudale Lodge in sehr entlegener Idylle, genauso wie es im Buch eindrücklich beschrieben wird. Doch die düstere Einsamkeit, die das Cover ausstrahlt hat durchaus etwas Beklemmendes an sich und bereitet den Leser damit schon bestens auf den Inhalt vor. Genau diese Gefühle, die beim ersten Anblick bereits zu spüren sind, stecken in diesem Thriller drin – und dazu noch ein bisschen mehr.
Kate Alice Marshall gelingt es hervorragend eine düstere, geheimnisvolle und angespannte Atmosphäre zu kreieren. Ihre Schilderungen wirken bildhaft und erzeugen durch immer neue „Erinnerungen“ und Schlussfolgerungen etliche unerwarteten Wendungen und packende Spannung. Statt übermäßigem Blutrausch sind es in diesem Thriller viele kleine und größere Psychospielchen, die fesseln und eine Unterbrechung des Lese- bzw. Hörvergnügens schwierig machen. Man möchte einfach wissen, was weiter passiert. Heike Warmuth manifestiert diesen Eindruck mit ihrer lebhaften und eindringlichen Lesart. Sie moduliert die verschiedenen Charakteren wunderbar und gibt ihnen ein Profil. Lediglich in wenigen Dialogen mit Theo hat Connor für meinen Geschmack einen etwas zu defensiven bis genervten Unterton. Insgesamt erstreckt sich das Hörbuch über knappe 10 Stunden – und natürlich fließt auch noch Blut.
So richtig sympathisch ist von den Charakteren eigentlich niemand. Selbst Protagonistin Theo wirkt auf ihre mysteriöse Art ein wenig befremdlich mit eigenwilligen Charakterzügen. Man mag Mitleid mit ihrem Schicksal in der Adoptivfamilie haben, dennoch ist sie mehr Mittelpunkt des Geschehens, denn Identifikationsfigur. Während sie viele Dinge über ihre Identität wirklich nicht weiß, verbirgt sie andere Geschehnisse sehr bewusst vor ihren Mitmenschen. Doch obwohl ihre Erinnerungen nach und nach klarer werden, scheinen die anderen ihr stets einen Schritt voraus zu sein. Die Familie ihres Verlobten begegnen ihr kühl bis offen feindselig und einige von ihnen versuchen alles um sie loszuwerden. Connor selbst enttäuscht zwischenzeitlich ein wenig mit seiner etwas unentschlossenen Haltung. Er möchte sowohl zu Theo stehen, als auch den Wünschen der Familie entsprechen. Ein Spagat, der ihn zum Scheitern verurteilt. Aber auch er ist nicht vollkommen aufrichtig seinen Mitmenschen gegenüber. Connors Familie, die Daltons sind nicht nur extrem vermögend, sie halten auch zusammen – trotz aller Differenzen. Besonders snobistisch präsentiert sich Connors Großmutter Louise – für Theo natürlich Mrs. Dalton - während ihr Mann Magnus und Connors Onkel Nick eher bodenständig wirken – zumindest auf den ersten Blick. Connors Bruder Trevor ist das schwarze Schaf der Familie und seine ältere Schwester Alexis wirkt karriereorientiert, hat mit ihrer Frau Paloma und Sohn Sebastian aber auch eine eigene Familie. Connors Mutter hält sich dagegen augenscheinlich eher ein wenig zurück. Aber selbst das Hauspersonal bestehend aus Irina, ihrer Tochter und dem seltsamen Mr. Vance steht Theodora äußerst skeptisch gegenüber. Ein sehr verdächtiger Todesfall wird aus unerklärlichen Gründen von allen zu einem Unfall erklärt und dann läuft plötzlich alles aus dem Ruder.
Insgesamt ist „Eiszeit“ ein äußerst spannender Thriller, der Leser bzw. Hörer mit emotionalen, unerwarteten Wendungen und Einblicken in die Psyche der Charaktere vollkommen in seinen Bann zieht.
Auf dem luxuriösen und abgeschiedenen Winterdomizil der Daltons soll die 24-jährige Theodora erstmals die schwerreiche Familie ihres Verlobten Connor kennenlernen. Doch die Familie verhält sich Theo gegenüber ebenso frostig wie das Wetter. Noch dazu fällt es Theo immer schwerer die sorgsam gehüteten Geheimnisse über die unschönen Ereignisse ihres bisherigen Lebens und ihre nahezu gänzlich fehlenden Kindheitserinnerungen zu bewahren. Der Familienbesitz Idlewood erscheint ihr jedoch seltsam vertraut und immer wieder blitzen Erinnerungsfetzen in ihr auf von denen sie nicht sicher ist, ob sie real sind oder ihrer Fantasie entspringen. Einzig die Tatsache, dass hier vor vielen Jahren etwas Schreckliches passiert ist und Connors Familie darin verwickelt ist, wird Theo nur allzu bewusst. Wem kann sie noch trauen an diesem Ort, dem sie nicht entkommen kann? Und können die Daltons Theo trauen oder hegt sie gefährliche Hintergedanken?
Das hübsche Cover zeigt eine feudale Lodge in sehr entlegener Idylle, genauso wie es im Buch eindrücklich beschrieben wird. Doch die düstere Einsamkeit, die das Cover ausstrahlt hat durchaus etwas Beklemmendes an sich und bereitet den Leser damit schon bestens auf den Inhalt vor. Genau diese Gefühle, die beim ersten Anblick bereits zu spüren sind, stecken in diesem Thriller drin – und dazu noch ein bisschen mehr.
Kate Alice Marshall gelingt es hervorragend eine düstere, geheimnisvolle und angespannte Atmosphäre zu kreieren. Ihre Schilderungen wirken bildhaft und erzeugen durch immer neue „Erinnerungen“ und Schlussfolgerungen etliche unerwarteten Wendungen und packende Spannung. Statt übermäßigem Blutrausch sind es in diesem Thriller viele kleine und größere Psychospielchen, die fesseln und eine Unterbrechung des Lese- bzw. Hörvergnügens schwierig machen. Man möchte einfach wissen, was weiter passiert. Heike Warmuth manifestiert diesen Eindruck mit ihrer lebhaften und eindringlichen Lesart. Sie moduliert die verschiedenen Charakteren wunderbar und gibt ihnen ein Profil. Lediglich in wenigen Dialogen mit Theo hat Connor für meinen Geschmack einen etwas zu defensiven bis genervten Unterton. Insgesamt erstreckt sich das Hörbuch über knappe 10 Stunden – und natürlich fließt auch noch Blut.
So richtig sympathisch ist von den Charakteren eigentlich niemand. Selbst Protagonistin Theo wirkt auf ihre mysteriöse Art ein wenig befremdlich mit eigenwilligen Charakterzügen. Man mag Mitleid mit ihrem Schicksal in der Adoptivfamilie haben, dennoch ist sie mehr Mittelpunkt des Geschehens, denn Identifikationsfigur. Während sie viele Dinge über ihre Identität wirklich nicht weiß, verbirgt sie andere Geschehnisse sehr bewusst vor ihren Mitmenschen. Doch obwohl ihre Erinnerungen nach und nach klarer werden, scheinen die anderen ihr stets einen Schritt voraus zu sein. Die Familie ihres Verlobten begegnen ihr kühl bis offen feindselig und einige von ihnen versuchen alles um sie loszuwerden. Connor selbst enttäuscht zwischenzeitlich ein wenig mit seiner etwas unentschlossenen Haltung. Er möchte sowohl zu Theo stehen, als auch den Wünschen der Familie entsprechen. Ein Spagat, der ihn zum Scheitern verurteilt. Aber auch er ist nicht vollkommen aufrichtig seinen Mitmenschen gegenüber. Connors Familie, die Daltons sind nicht nur extrem vermögend, sie halten auch zusammen – trotz aller Differenzen. Besonders snobistisch präsentiert sich Connors Großmutter Louise – für Theo natürlich Mrs. Dalton - während ihr Mann Magnus und Connors Onkel Nick eher bodenständig wirken – zumindest auf den ersten Blick. Connors Bruder Trevor ist das schwarze Schaf der Familie und seine ältere Schwester Alexis wirkt karriereorientiert, hat mit ihrer Frau Paloma und Sohn Sebastian aber auch eine eigene Familie. Connors Mutter hält sich dagegen augenscheinlich eher ein wenig zurück. Aber selbst das Hauspersonal bestehend aus Irina, ihrer Tochter und dem seltsamen Mr. Vance steht Theodora äußerst skeptisch gegenüber. Ein sehr verdächtiger Todesfall wird aus unerklärlichen Gründen von allen zu einem Unfall erklärt und dann läuft plötzlich alles aus dem Ruder.
Insgesamt ist „Eiszeit“ ein äußerst spannender Thriller, der Leser bzw. Hörer mit emotionalen, unerwarteten Wendungen und Einblicken in die Psyche der Charaktere vollkommen in seinen Bann zieht.