Bewegende Familiengeschichte
Das Buch Elbland von Claudia Rikl hat mich sehr persönlich berührt, weil ich viele ähnliche Fragen kenne.
Es geht um Nina und ihre Familie, ihre Mutter, ihren Vater und die jüngere Schwester Katja. Nina ist die, die sich seit Jahren um die schweigsame, kranke Mutter gekümmert hat, nachdem die Familie zerbrochen ist.
Als Ninas Mutter Irma unerwartet stirbt, verliert Nina den Boden unter den Füßen. Sie kämpft um Erklärungen, um Verständnis und viel Bitterkeit bricht sich Bahn. Sie fühlte sich all die Jahre von Vater und Schwester im Stich gelassen und ausgenutzt. Nachdem sie in der Wohnung alte Dinge aus der Vergangenheit findet, die ihre Mutter versteckt hatte, die ihr aber offensichtlich sehr kostbar waren, bemüht sie sich, die Geschichte ihrer Mutter nachzuvollziehen.
In Rückblenden in drei verschiedene Zeitebenen wird die Kindheit von Irma rund um das Ende des zweiten Weltkriegs erzählt, die Geschichte und das Auseinanderbrechen der Familie in der DDR-Zeit, und schließlich Ninas Leben heute. Im Laufe des Buches wird immer deutlicher, wie alles mit allem zusammenhängt und wie gewaltig der Einfluss der Vergangenheit ist.
Um das Leben ihrer Mutter und sich selbst besser zu verstehen, reist Nina schließlich in die alte Heimat ihrer Mutter nach Böhmen und macht sich auf Spurensuche. Denn die Mutter hat Zeit ihres Lebens über die Vergangenheit geschwiegen.
Was sie dabei erfährt, ermöglicht ihr, ihre Mutter, aber auch die Dynamiken, die zum Zerbruch der Familie geführt haben, besser zu verstehen. Sie entwickelt ein Verständnis für die Macht des Unsagbaren, für den Versuch, durch Verdrängen, Verstummen ein Korsett zu schaffen, das das eigene Überleben sichern soll. Die Reise öffnet einen Weg zu Versöhnung, auch mit der eigenen Schwester, die sie immer als mehr geliebtes Kind wahrgenommen hatte. Erst jetzt im Rückblick und in der Auseinandersetzung mit Katja kann sie sehen, wie auch diese eine Gefangene des Systems war.
Die Autorin schafft es, ein gewaltiges Thema in einer lebendigen, berührenden Sprache zu bearbeiten. Die Beschreibungen sind detailreich und anschaulich, so dass man ständig Bilder vor Augen hat. Die Charaktere sind vielschichtig und überzeugend ausgearbeitet. Das Thema der transgenerationellen Weitergabe von Traumata ist hochaktuell und sehr sensibel umgesetzt. Es ist ein Buch, das überzeugt, das man ungern aus der Hand legt, das zu vielen eigenen Gedanken anregt und das ein großes Publikum verdient.
Eine uneingeschränkte Leseempfehlung von mir für alle, die sich mit Familienvergangenheit beschäftigen wollen, die an Ungesagtem leiden und nach Verständnis und (innerer) Versöhnung suchen!
Es geht um Nina und ihre Familie, ihre Mutter, ihren Vater und die jüngere Schwester Katja. Nina ist die, die sich seit Jahren um die schweigsame, kranke Mutter gekümmert hat, nachdem die Familie zerbrochen ist.
Als Ninas Mutter Irma unerwartet stirbt, verliert Nina den Boden unter den Füßen. Sie kämpft um Erklärungen, um Verständnis und viel Bitterkeit bricht sich Bahn. Sie fühlte sich all die Jahre von Vater und Schwester im Stich gelassen und ausgenutzt. Nachdem sie in der Wohnung alte Dinge aus der Vergangenheit findet, die ihre Mutter versteckt hatte, die ihr aber offensichtlich sehr kostbar waren, bemüht sie sich, die Geschichte ihrer Mutter nachzuvollziehen.
In Rückblenden in drei verschiedene Zeitebenen wird die Kindheit von Irma rund um das Ende des zweiten Weltkriegs erzählt, die Geschichte und das Auseinanderbrechen der Familie in der DDR-Zeit, und schließlich Ninas Leben heute. Im Laufe des Buches wird immer deutlicher, wie alles mit allem zusammenhängt und wie gewaltig der Einfluss der Vergangenheit ist.
Um das Leben ihrer Mutter und sich selbst besser zu verstehen, reist Nina schließlich in die alte Heimat ihrer Mutter nach Böhmen und macht sich auf Spurensuche. Denn die Mutter hat Zeit ihres Lebens über die Vergangenheit geschwiegen.
Was sie dabei erfährt, ermöglicht ihr, ihre Mutter, aber auch die Dynamiken, die zum Zerbruch der Familie geführt haben, besser zu verstehen. Sie entwickelt ein Verständnis für die Macht des Unsagbaren, für den Versuch, durch Verdrängen, Verstummen ein Korsett zu schaffen, das das eigene Überleben sichern soll. Die Reise öffnet einen Weg zu Versöhnung, auch mit der eigenen Schwester, die sie immer als mehr geliebtes Kind wahrgenommen hatte. Erst jetzt im Rückblick und in der Auseinandersetzung mit Katja kann sie sehen, wie auch diese eine Gefangene des Systems war.
Die Autorin schafft es, ein gewaltiges Thema in einer lebendigen, berührenden Sprache zu bearbeiten. Die Beschreibungen sind detailreich und anschaulich, so dass man ständig Bilder vor Augen hat. Die Charaktere sind vielschichtig und überzeugend ausgearbeitet. Das Thema der transgenerationellen Weitergabe von Traumata ist hochaktuell und sehr sensibel umgesetzt. Es ist ein Buch, das überzeugt, das man ungern aus der Hand legt, das zu vielen eigenen Gedanken anregt und das ein großes Publikum verdient.
Eine uneingeschränkte Leseempfehlung von mir für alle, die sich mit Familienvergangenheit beschäftigen wollen, die an Ungesagtem leiden und nach Verständnis und (innerer) Versöhnung suchen!