Ein Roman, der nachhallt

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Mit „Elbland“ erzählt Claudia Rikl einen leisen, aber tiefgehenden Roman über Familiengeheimnisse (verwoben über mehrere Zeitebenen), verdrängte Erinnerungen und die Frage, wie sehr uns die Vergangenheit unserer Eltern prägt. Das persönliche Schicksal wird hier eingebettet in ein historisches Ereignis, über das wenig gesprochen und informiert wird (und über das auch ich wenig wusste): die Vertreibung der Sudetendeutschen nach dem Zweiten Weltkrieg.

Im Mittelpunkt steht Nina, die nach dem Tod ihrer Mutter Irma versucht zu verstehen, warum zwischen ihnen immer eine spürbare Distanz lag, obwohl sie sich jahrelang um sie gekümmert hat. Erst nach dem Tod ihrer Mutter begreift sie, dass mehr dahinter steckt als generelle Verschlossenheit. Die Suche nach Antworten führt Nina schließlich nach Böhmen und damit in die Heimat, aus der ihre Mutter als Kind vertrieben wurde.

Der Autorin ist es großartig gelungen Vergangenheit und Gegenwart miteinander zu verweben und einen großen Spannungsbogen aufzubauen. Nach und nach wird deutlich, wie tief traumatische Erfahrungen in Familien nachwirken können, auch wenn (oder besonders), wenn nie darüber gesprochen wird. Die Geschichte hat mich emotional sehr berührt, da er zeigt, wie unaufgearbeitete Traumata von Generation zu Generation weitergegeben werden und sich in Beziehungen, Ängsten oder Entscheidungen niederschlagen - ein Thema, was auch heute noch in vielen Familiengeschichten zu finden ist. „Elbland“ ist ein Roman, der nachhallt!