Familiengeheimnisse

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Lange Jahre hat sich Nina um ihre Mutter gekümmert, nun ist diese gestorben und Nina fühlt sich erstmal verloren und ohne Halt.
Ihr Vater und ihre Schwester Katja sind eigene Wege gegangen, haben Nina alleine gelassen. Die Mutter litt unter Depressionen und Einsamkeit.
Ihre Kriegserlebnisse und die Flucht aus Böhmen haben bei ihr Spuren hinterlassen, aber sie hat geschwiegen und verdrängt.
Nina will diesen Fragen auf den Grund gehen und reist ins tschechische Riesengebirge, der ehemaligen Heimat der Mutter. Dort hat die Familie ihren letzten Urlaub verbracht.
Sie will ergründen, warum die Familie auseinandertrieb.
In dem Roman geht es um die Aufarbeitung von Familiengeheimnissen und sudetendeutscher Geschichte, das "Schweigen" in der Familie, Identität, Vertreibung und Herkunft. Welche Vorkommnisse haben Auswirkungen auch auf die nachfolgenden Generationen?
Die Themen bleiben teilweise vage, werden nur angerissen.
Ein wenig sprunghaft erzählt die Autorin von Ninas Trauerzeit um die Mutter, von der Kindheit der Mutter, sowie von der Vertreibung aus Tschechien. Der Konflikt zwischen den beiden Schwestern ist auch Thema des Romans. Es sind also drei Zeitebenen, von denen erzählt wird.
Einige Passagen waren sehr bildhaft geschildert und manche Passagen waren mir zu emotional, waren nahe am Kitsch.
Und was mich störte, waren die Bezeichnungen "Vati" und "Mutti", die nicht nur in der direkten Rede, sondern auch im Text verwendet wurden.
Insgesamt liest man einen Unterhaltungsroman, der sein Potential nicht ganz ausgeschöpft hat.