Familiengeschichte zwischen Vergangenheit und Gegenwart

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desideria1980 Avatar

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„Elbtal“ erzählt eine Familiengeschichte, in der Vergangenheit und Gegenwart eng miteinander verbunden sind. Im Mittelpunkt steht Nina, die sich viele Jahre um ihre Mutter gekümmert hat. Das Verhältnis zwischen den beiden war nicht immer einfach und vieles blieb lange unausgesprochen. Erst nach dem Tod der Mutter beginnt Nina, sich intensiver mit ihrer eigenen Familiengeschichte auseinanderzusetzen.

Dabei führt ihr Weg auch in die frühere Heimat ihrer Mutter nach Böhmen. Nach und nach wird deutlich, wie stark die Ereignisse rund um das Ende des Zweiten Weltkriegs und die Vertreibung aus der Heimat das Leben der Familie geprägt haben. Gerade diese Verbindung zwischen persönlicher Geschichte und historischem Hintergrund hat mir gut gefallen.

Der Roman wird auf mehreren Zeitebenen erzählt, sodass sich die Zusammenhänge nach und nach erschließen. So entsteht langsam ein klareres Bild davon, was damals passiert ist und warum vieles in der Familie so geworden ist.

Der Schreibstil ist ruhig und angenehm zu lesen. Er lässt der Geschichte Zeit, sich zu entfalten, und passt gut zu der eher nachdenklichen Stimmung des Romans.

Insgesamt hat das Buch eine eher ruhige und stellenweise melancholische Atmosphäre. Für mich lebt die Geschichte vor allem von den persönlichen Erinnerungen der Figuren und davon, wie sich ihre Vergangenheit Stück für Stück offenbart.

Am Ende bleibt für mich eine berührende Familiengeschichte über Herkunft, Erinnerungen und darüber, wie stark die Vergangenheit bis in die Gegenwart hineinwirken kann.

4 Sterne