Psychogene Aphonie
Das Krankheitsbild der Psychogenen Aphonie, der Unfähigkeit, sich klar zu artikulieren, das ausgerechnet die Schauspielerin Nina heimsucht, hängt als Metapher über dem gesamten Geschehen, beginnend mit dem Tod der Mutter Irma. Dieser löst Forschungen über deren Vergangenheit aus und damit zusammenhängend über das Auseinanderbrechen der vierköpfigen Familie, das ein Urlaub in Böhmen auslöste, Irmas früherer Heimat. Für mich ist das nicht das erste Buch zum Thema der Heimatvertriebenen, sei es aus Sudetenland oder aus Schlesien, aber durchaus eines der besseren. Dabei muss ich jedesmal an die Erkenntnisse von Sabine Bode denken, die aufzeigt, wie sich deren unverarbeitete Traumata über Generationen hinweg weitervererben.
Gravierende Symptome manifestieren sich nicht nur, aber ganz gesonders in Nina, und es braucht die über 350 Seiten lang geschilderten Anstrengungen, dies alles in einer schmerzhaften Katharsis zu bewältigen. Nicht immer sind mir diese Geschehnisse dermaßen zu Herzen gegangen wie in dem vorliegenden Roman. Claudia Rikl versteht es, die Situationen glaubwürdig und sensibel zu gestalten. Die psychologischen Konstellationen können sich genau so ereignet haben. Dadurch lädt sie zur Identifikation ein, auch wenn man gewisse Verhaltensweisen erst zum Schluss versteht, als zum Beispiel die Schwester Katja klagt über "Liebe, die mich erstickt".
Ich habe das Buch immer wieder gerne in die Hand genommen und wollte gar nicht aufhören weiterzulesen, bis am Ende die Wurzel allen Schmerzes klar wird - und eine Hoffnung auf Genesung am Horizont erscheint.
Gravierende Symptome manifestieren sich nicht nur, aber ganz gesonders in Nina, und es braucht die über 350 Seiten lang geschilderten Anstrengungen, dies alles in einer schmerzhaften Katharsis zu bewältigen. Nicht immer sind mir diese Geschehnisse dermaßen zu Herzen gegangen wie in dem vorliegenden Roman. Claudia Rikl versteht es, die Situationen glaubwürdig und sensibel zu gestalten. Die psychologischen Konstellationen können sich genau so ereignet haben. Dadurch lädt sie zur Identifikation ein, auch wenn man gewisse Verhaltensweisen erst zum Schluss versteht, als zum Beispiel die Schwester Katja klagt über "Liebe, die mich erstickt".
Ich habe das Buch immer wieder gerne in die Hand genommen und wollte gar nicht aufhören weiterzulesen, bis am Ende die Wurzel allen Schmerzes klar wird - und eine Hoffnung auf Genesung am Horizont erscheint.