Suche nach Identität
"Elbland" von Claudia Rikl erzählt eine ruhige, aber eindringliche Geschichte über Herkunft, Familie und Identität.
Als Ninas Mutter Irma stirbt, bricht eine Welt für sie zusammen und sie beginnt, sich viele Fragen zu stellen. Lange Zeit hat sie ihr ganzes Leben nach den Bedürfnissen ihrer Mutter ausgerichtet und als diese plötzlich nicht mehr ihr Leben bestimmen, muss Nina ihren eigenen Weg finden. Das tut sie u.a., indem sie in das tschechische Riesengebirge reist, aus dem ihre Mutter einst als Kind vertrieben worden ist. Nina erhofft sich dadurch Antworten auf ihre Fragen dazu, warum ihre Mutter so war wie sie war.
Zu Beginn fiel es mir aufgrund der verschiedenen Zeitebenen nicht leicht, in die Handlung hineinzufinden. Doch nach und nach hat mich die Geschichte dann immer mehr in ihren Bann gezogen. Die Autorin erzählt unaufgeregt, aber dennoch auch mit einer gewissen Dramatik. Besonders beeindruckt haben mich die Figuren. Sie sind keine glatt gezeichneten Charaktere, sondern haben Ecken und Kanten, wirken dadurch authentisch und greifbar. Im Zentrum steht dabei immer wieder die Beziehung der beiden Schwestern Nina und Katja, die vielschichtig und glaubwürdig dargestellt wird. Wiederholt habe ich mich gefragt, ob ich Ninas Wut auf ihre Schwester und ihren Vater nachvollziehen kann oder ob ich durchaus auch die Entscheidungen der anderen Familienmitglieder nachvollziehen kann.
Besonders spannend fand ich die Nachforschungen, die Nina im Heimatland ihrer Mutter anstellt. Nach und nach setzt sich ein Puzzle zusammen, was einen Zusammenhänge verstehen lässt. Der Autorin gelingt es wunderbar, Ninas Suche nach Identität und der damit verbundenen Herkunft der Familie zu schildern. Es wird deutlich, was es mit den nachfolgenden Generationen macht, wenn die eigene Familiengeschichte verschwiegen wird. Der Umgang der Mutter mit ihrer Vergangenheit scheint die gesamte Familie sehr geprägt zu haben, weshalb man als Leser*in sehr neugierig ist, was ihr widerfahren ist.
Auch sprachlich überzeugt das Buch: Der Schreibstil ist angenehm und flüssig zu lesen, ohne sich in den Vordergrund zu drängen. Stattdessen schafft er Raum für leise Zwischentöne, die lange nachwirken.
„Elbland“ ist ein stiller, nachdenklicher Roman, der eine zentrale Frage aufwirft: Weiß man eigentlich wirklich, woher man kommt? Und wie sehr prägt uns das, was wir über unsere Herkunft wissen – oder eben nicht wissen?
Da wir im Sommer nach Tschechien und in die Slowakei reisen, hat mich dieses Buch besonders interessiert. Ich lese vor Urlauben sehr gern Romane, die ganz oder zumindest teilweise in unseren Reiseländern handeln, da man so vorab schon einige wertvolle Eindrücke und oft spannende Einblicke in die Geschichte des Landes erhält. Das Lesen dieses Romans hat sich definitiv gelohnt!
Als Ninas Mutter Irma stirbt, bricht eine Welt für sie zusammen und sie beginnt, sich viele Fragen zu stellen. Lange Zeit hat sie ihr ganzes Leben nach den Bedürfnissen ihrer Mutter ausgerichtet und als diese plötzlich nicht mehr ihr Leben bestimmen, muss Nina ihren eigenen Weg finden. Das tut sie u.a., indem sie in das tschechische Riesengebirge reist, aus dem ihre Mutter einst als Kind vertrieben worden ist. Nina erhofft sich dadurch Antworten auf ihre Fragen dazu, warum ihre Mutter so war wie sie war.
Zu Beginn fiel es mir aufgrund der verschiedenen Zeitebenen nicht leicht, in die Handlung hineinzufinden. Doch nach und nach hat mich die Geschichte dann immer mehr in ihren Bann gezogen. Die Autorin erzählt unaufgeregt, aber dennoch auch mit einer gewissen Dramatik. Besonders beeindruckt haben mich die Figuren. Sie sind keine glatt gezeichneten Charaktere, sondern haben Ecken und Kanten, wirken dadurch authentisch und greifbar. Im Zentrum steht dabei immer wieder die Beziehung der beiden Schwestern Nina und Katja, die vielschichtig und glaubwürdig dargestellt wird. Wiederholt habe ich mich gefragt, ob ich Ninas Wut auf ihre Schwester und ihren Vater nachvollziehen kann oder ob ich durchaus auch die Entscheidungen der anderen Familienmitglieder nachvollziehen kann.
Besonders spannend fand ich die Nachforschungen, die Nina im Heimatland ihrer Mutter anstellt. Nach und nach setzt sich ein Puzzle zusammen, was einen Zusammenhänge verstehen lässt. Der Autorin gelingt es wunderbar, Ninas Suche nach Identität und der damit verbundenen Herkunft der Familie zu schildern. Es wird deutlich, was es mit den nachfolgenden Generationen macht, wenn die eigene Familiengeschichte verschwiegen wird. Der Umgang der Mutter mit ihrer Vergangenheit scheint die gesamte Familie sehr geprägt zu haben, weshalb man als Leser*in sehr neugierig ist, was ihr widerfahren ist.
Auch sprachlich überzeugt das Buch: Der Schreibstil ist angenehm und flüssig zu lesen, ohne sich in den Vordergrund zu drängen. Stattdessen schafft er Raum für leise Zwischentöne, die lange nachwirken.
„Elbland“ ist ein stiller, nachdenklicher Roman, der eine zentrale Frage aufwirft: Weiß man eigentlich wirklich, woher man kommt? Und wie sehr prägt uns das, was wir über unsere Herkunft wissen – oder eben nicht wissen?
Da wir im Sommer nach Tschechien und in die Slowakei reisen, hat mich dieses Buch besonders interessiert. Ich lese vor Urlauben sehr gern Romane, die ganz oder zumindest teilweise in unseren Reiseländern handeln, da man so vorab schon einige wertvolle Eindrücke und oft spannende Einblicke in die Geschichte des Landes erhält. Das Lesen dieses Romans hat sich definitiv gelohnt!