Unbewältigte Vergangenheit

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langeweile Avatar

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Als Ninas Mutter stirbt, empfindet sie plötzlich eine große Leere in ihrem Leben. Jahrelang hat sie sich um ihre depressive Mutter gekümmert, ihre Schwester Katja hatte die Familie schon früh verlassen, und ihr Vater lebt mit seiner neuen Familie ein eigenes Leben. Zur Beerdigung treffen sich alle noch einmal wieder, aber aufgrund von vielen ungeklärten Fragen, bleibt ihre Situation schwierig.
In Ninas Erinnerung ist ist der Sommer 1987, als die Familie einen letzten gemeinsamen Urlaub verbrachte, was ist damals passiert, was zum Auseinanderbrechen der Familie führte?Nina will es wissen und begibt sich auf eine Reise in die Heimat ihrer Mutter, um Antworten auf viele Fragen zu finden.

Die Geschichte wird auf drei Zeitebenen erzählt und zwar in den Jahren 1945,1987 und der Gegenwart.Stück für Stück setzt sich eine Geschichte zusammen, die von viel Leid, Zurückweisungen und großem Schweigen geprägt ist.
Beinahe behutsam führt die Autorin die einzelnen Protagonisten in die Geschichte ein und lässt uns an ihren Gedanken, Ängsten und Gefühlen teilhaben. Es ist eine langsame, überwiegend melancholische Geschichte, die einen unglaublichen Sog entwickelt und mich sehr berührt hat.
Der Bezug zur Geschichte der Großmutter der Autorin,der dieses Buch gewidmet ist,wertet es zusätzlich auf.
Es ist mein erstes Buch von dieser Autorin,sicher nicht mein letztes.
Von mir eine Leseempfehlung und fünf Sterne.