Unbewältigte Vergangenheit

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reader1965 Avatar

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In "Elbland" erzählt Claudia Rikl vom Verlust der Heimat und den Folgen - auch für spätere Generationen.

Als ihre Mutter stirbt, verliert Nina den Boden unter den Füßen. Nach Jahren an deren Seite fühlt sie sich verloren & haltlos und eine Reise im die Heinat ihrer Mutter soll Klarheit über Familie & Konflikte bringen.

Warum wurde das Leben der Mutter von Traurigkeit & Einsamkeit bestimmt? Warum teilt sie keine Erinnerungen mit den Töchtern? Woher kommen das Schweigen & das Verdrängen? Warum kann Nina Nähe nur schwer zulassen? Claudia Rikl greift mit Heimat & Traumata wichtige Themen auf, die mich persönlich sehr interessieren.

Der Schreibstil gefällt mir und das Buch lässt sich gut & leicht lesen. Mir gefällt auch, dass auf drei Zeitebenen erzählt wird: 2. Weltkrieg, 1987 & Gegenwart.

Viele Themen werden angerissen, jedoch teilweise nicht vertieft. Die Charaktere waren für mich nicht richtig greifbar. Ihr Handeln konnte ich nicht immer ganz nachvollziehen. Grob wird die Thematik schon vermittelt & die Konflikte sind spürbar, aber für mich sind Fragen offen geblieben & wichtige Ereignisse werden mir zu knapp abgehandelt. Ich hätte mir mehr zu den Lebensumständen & Gefühlen und den Konflikten der Mutter & den beiden Schwestern gewünscht. Beispiele möchte ich nicht nennen, um nicht zu viel der Geschichte zu verraten.

Dennoch ist es ein lesenswertes Buch, auch wenn es meine (vielleicht zu hohen) Erwartungen nicht ganz erfüllt hat.