Ein packender Hamburg-Krimi voller rauer Hafenatmosphäre.

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fönbo Avatar

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Nora Luttmers "Elbschatten" hat mich durch ihre düstere, hanseatische Stimmung in den Bann gezogen.

Der Einstieg mit dem verwirrten Hendrix, der nachts am Elbufer steht und wirres Zeug von einer Leiche faselt, sorgt für eine unheimlich dichte Gänsehaut-Atmosphäre. Es bricht einem beim Lesen richtig das Herz, wie hilflos er durch seine frühe Alzheimer-Erkrankung ist und wie sehr er unter seinen eigenen Erinnerungen leidet.

Der geniale Clou an der Geschichte ist die Konstellation seiner beiden Schwestern, die kaum gegensätzlicher sein könnten. Dass die beiden seit Jahren kein Wort mehr miteinander reden und nun gezwungenermaßen an einem Strang ziehen müssen, bringt eine enorme psychologische Tiefe in die Story.

Der Schreibstil der Autorin ist angenehm schnörkellos, extrem flüssig und arbeitet mit kurzen, dynamischen Sätzen, die dem Ganzen ein tolles Tempo verleihen. Nora Luttmer schafft es hervorragend, die verschiedenen Perspektiven so zu verknüpfen, dass man als Leserin / Leser eigene Theorien aufstellt. Ist der kranke Bruder nun ein unschuldiger Zeuge in höchster Lebensgefahr oder hat er im Wahn selbst etwas Schreckliches getan? Diese Frage lässt mich nach dem Ende dieser Leseprobe absolut nicht mehr los.

Wer atmosphärische Regionalkrimis mit echten Charakterkanten sucht, wird hier garantiert fündig werden.