Zwei starke Frauen

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ninaschi Avatar

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Ein Kriminalroman, der in Hamburg spielt? Damit hat man mich eigentlich schon. Ich liebe es, wenn Bücher nicht nur irgendwo angesiedelt sind, sondern man beim Lesen auch ein Gefühl für die Stadt bekommt. Und genau das gelingt Nora Luttmer auf den ersten Seiten von Elbschatten richtig gut. Besonders die Beschreibungen von Harburg, wo eine der beiden Protagonistinnen lebt, haben mich sofort abgeholt.

Im Mittelpunkt stehen zwei Schwestern, die seit Jahren nicht mehr miteinander sprechen und doch durch ihren an Alzheimer erkrankten Bruder miteinander verbunden sind. Beide wirken auf ihre eigene Art unglaublich stark. Die eine arbeitet als Türsteherin, die andere bei der Polizei. Zwei Frauen, die sich vermutlich nicht so leicht etwas sagen lassen und deren schwierige Beziehung mindestens genauso interessant werden könnte wie der eigentliche Kriminalfall.

Denn kriminalistisch ist bisher noch gar nicht so viel passiert. Ihr Bruder erlebt eine psychotische Episode, spricht dabei von erschreckend viel Blut, und dann ist da noch eine Leiche, die aufgetaucht ist. Wie das alles zusammenhängt, bleibt vorerst offen.

Was mir an der Leseprobe besonders gefällt, ist, dass Nora Luttmer sich Zeit für ihre Figuren und deren Lebensumstände nimmt, ohne dass sich der Einstieg langsam anfühlt. Man wird mitten in ihren Alltag geworfen, lernt ihre unterschiedlichen Welten kennen und bekommt gleichzeitig eine Ahnung davon, dass unter der Oberfläche einiges brodelt.

Ich bin jedenfalls neugierig, wie die beiden Schwestern wieder zueinanderfinden werden, welche Rolle ihr Bruder in der Geschichte spielt und was hinter dem Todesfall steckt. Und ganz nebenbei freue ich mich auf noch ein bisschen mehr Hamburg zwischen den Buchseiten.