Solide mit Schwächen
Elbschatten von Nora Luttmer / Rezension
„Ela konnte ja leider nicht in sein Hirn gucken. Wenn sie versuchte, es sich vorzustellen, sein Hirn, sah sie ein wirres Knäuel loser Kabel, die mal richtig und mal falsch gesteckt waren. Manchmal funktionierte Hendrix und manchmal eben nicht.“
Dies ist laut Klappentext der Auftakt zu einer Thrillerserie rund um zwei ungleiche Schwestern, die in Hamburg spielt:
Ela und Nicole könnten unterschiedlicher nicht sein. Ela ist eine impulsive Türsteherin, während Nicole eine besonnene Polizistin ist. Aber die Schwestern sind gezwungen zusammenzuarbeiten, als ihr an Alzheimer erkrankte Bruder in einen Vorfall am Hamburger Hafen verwickelt wird. Hat Hendrix „nur“ etwas beobachtet oder war er aktiv beteiligt? Denn eine Leiche wurde geborgen…
Meine Meinung:
Ich bin gut in die Geschichte reingekommen und habe vor allem mit Hendrix mitgefiebert, weil er schwer krank ist. Der Plot ist eher ruhig, aber nicht langweilig und nimmt definitiv an Spannung zu.
Wir bekommen zusätzlich zu Ela und Nicole noch einen dritten POV und zwar den von Maria, einer Kioskbesitzerin (später auch noch einen anderen). Wie Maria dazugehört, müsst Ihr aber bei Interesse selbst herausfinden. Von den drei Frauen fand ich sie zunächst noch am ehesten nahbar und ihr Verhalten nachvollziehbar, auch wenn sie extrem eskaliert. Die Schwestern blieben mir längere Zeit fern, aber Richtung Ende habe ich schon mit ihnen mitgefiebert.
Das Buch war für einen Krimi relativ lang, der Trade Off zwischen schneller Spannung und Themen wie Charakterentwicklung wurde hier zugunsten Letzterem entschieden. Die Beziehungen der Figuren untereinander stehen im Fokus, was auch Sinn macht, da man sich vor allem an die Schwestern langfristig binden soll, da es eine Reihe wird.
Ich persönlich bevorzuge in dem Genre allerdings Schnelligkeit und im Zweifel lieber weniger Seiten. Ich berichte im nächsten Absatz, worauf ich auf jeden Fall verzichtet hätte. Man ist aber dennoch gut durchgekommen, weil die Geschichte einen starken roten Faden hat. Das hat mich gerettet und mich das Buch zügig beenden lassen.
Lesen ist grundsätzlich immer politisch und deshalb bin ich der Meinung, dass eine gezielte Lenkung der Leser nicht nötig ist. Ich bilde mir immer gern meine eigene Meinung, erhalte Impulse, neue Blickwinkel, erlebe Momente wie „Oh, so habe ich das noch nie gesehen!“ und lerne grundsätzlich gern dazu. In diesem Buch war es aber so, dass man bewusst in eine bestimmte Richtung bewegt werden sollte und das ist überhaupt nicht meins. Darauf hätte ich definitiv verzichtet. Es spielt auch gar keine Rolle, welche Richtung es ist und, ob ich übereinstimme. Ich mag es einfach nicht, indoktriniert zu werden.
Den Schreibstil fand ich gut, aber mir war niemand so richtig sympathisch und insgesamt bin ich mit der Sachlage nicht ganz warm geworden. Jeder hat aber einen anderen Geschmack!
Macht Euch gern ein eigenes Bild!
5/10 💛💛💛💛💛
„Ela konnte ja leider nicht in sein Hirn gucken. Wenn sie versuchte, es sich vorzustellen, sein Hirn, sah sie ein wirres Knäuel loser Kabel, die mal richtig und mal falsch gesteckt waren. Manchmal funktionierte Hendrix und manchmal eben nicht.“
Dies ist laut Klappentext der Auftakt zu einer Thrillerserie rund um zwei ungleiche Schwestern, die in Hamburg spielt:
Ela und Nicole könnten unterschiedlicher nicht sein. Ela ist eine impulsive Türsteherin, während Nicole eine besonnene Polizistin ist. Aber die Schwestern sind gezwungen zusammenzuarbeiten, als ihr an Alzheimer erkrankte Bruder in einen Vorfall am Hamburger Hafen verwickelt wird. Hat Hendrix „nur“ etwas beobachtet oder war er aktiv beteiligt? Denn eine Leiche wurde geborgen…
Meine Meinung:
Ich bin gut in die Geschichte reingekommen und habe vor allem mit Hendrix mitgefiebert, weil er schwer krank ist. Der Plot ist eher ruhig, aber nicht langweilig und nimmt definitiv an Spannung zu.
Wir bekommen zusätzlich zu Ela und Nicole noch einen dritten POV und zwar den von Maria, einer Kioskbesitzerin (später auch noch einen anderen). Wie Maria dazugehört, müsst Ihr aber bei Interesse selbst herausfinden. Von den drei Frauen fand ich sie zunächst noch am ehesten nahbar und ihr Verhalten nachvollziehbar, auch wenn sie extrem eskaliert. Die Schwestern blieben mir längere Zeit fern, aber Richtung Ende habe ich schon mit ihnen mitgefiebert.
Das Buch war für einen Krimi relativ lang, der Trade Off zwischen schneller Spannung und Themen wie Charakterentwicklung wurde hier zugunsten Letzterem entschieden. Die Beziehungen der Figuren untereinander stehen im Fokus, was auch Sinn macht, da man sich vor allem an die Schwestern langfristig binden soll, da es eine Reihe wird.
Ich persönlich bevorzuge in dem Genre allerdings Schnelligkeit und im Zweifel lieber weniger Seiten. Ich berichte im nächsten Absatz, worauf ich auf jeden Fall verzichtet hätte. Man ist aber dennoch gut durchgekommen, weil die Geschichte einen starken roten Faden hat. Das hat mich gerettet und mich das Buch zügig beenden lassen.
Lesen ist grundsätzlich immer politisch und deshalb bin ich der Meinung, dass eine gezielte Lenkung der Leser nicht nötig ist. Ich bilde mir immer gern meine eigene Meinung, erhalte Impulse, neue Blickwinkel, erlebe Momente wie „Oh, so habe ich das noch nie gesehen!“ und lerne grundsätzlich gern dazu. In diesem Buch war es aber so, dass man bewusst in eine bestimmte Richtung bewegt werden sollte und das ist überhaupt nicht meins. Darauf hätte ich definitiv verzichtet. Es spielt auch gar keine Rolle, welche Richtung es ist und, ob ich übereinstimme. Ich mag es einfach nicht, indoktriniert zu werden.
Den Schreibstil fand ich gut, aber mir war niemand so richtig sympathisch und insgesamt bin ich mit der Sachlage nicht ganz warm geworden. Jeder hat aber einen anderen Geschmack!
Macht Euch gern ein eigenes Bild!
5/10 💛💛💛💛💛