Geschichten und Fantasie!
Zusammenfassung
Katja und Paula sind Mutter und Tochter. Katja ist Lehrerin und alleinerziehend. Paula ist 14, hat Krebs und muss operiert werden. Im Roman begleiten wir Katja für ein paar Tage vor und nach der Operation ihrer Tochter. Sie liebt eigentlich Literatur, hat aber in ihrer aktuellen Situation den Draht dazu etwas verloren.
„Flucht, denkt sie, Bücher waren doch mal meine Zuflucht. Heute sind sie eine Wand, eine Mauer.“
Sie beschließt trotzdem, ihrer Tochter eine Geschichte zu erzählen, um die Zeit um die Operation herum erträglicher zu gestalten und die Verbindung zueinander wieder zu vertiefen. Obwohl Paula sich eigentlich zu alt fühlt, um Geschichten erzählt zu bekommen, lässt sie sich darauf ein und fordert ihre Mutter immer wieder auf, weiterzuerzählen. In der Geschichte, die Katja erzählt, geht es um ein Mädchen und einen Fuchs, die gegen einen übermächtigen Schatten kämpfen. Es gibt natürlich viele Parallelen zu Paulas Situation, dennoch steht sie für sich und macht einen großen Teil des Buches aus.
Bewertung
Katja als Protagonistin ist mir sehr sympathisch. Sie hat z.B. eine Abneigung gegen Spazierengehen und das Konzept der Selbstfürsorge, an dem sie immer wieder scheitert und das sie verflucht. Da wir nur eine gute Woche ihres Lebens begleiten, wird einiges in dem Buch nur angerissen, auch die Hintergründe einiger Figuren skizziert der Autor nur vage. Das mindert das Lesevergnügen für mich überhaupt nicht, denn Katja und ihre Innensicht reichen mir völlig aus. Ihre Überforderung, ihre Angst und ihre Schuldgefühle werden glaubhaft beschrieben. Über Paula erfahren wir, typisch für Teenager, nicht ganz so viel. Das, was wir erfahren, lässt sie aber wie einen ganz normalen Teenager mit (eigentlich) ganz normalem Leben wirken.
Ich konnte schnell in die Handlung eintauchen und mitfühlen. Die Beziehung zwischen Mutter und Tochter ist sehr fein und realistisch gezeichnet, glaubwürdig und gut getroffen. Mich hat beeindruckt, wie die Diagnose ihrer Tochter Katjas Beziehungen und Freundschaften beeinflusst. Katjas Perspektive war dabei für mich immer nachvollziehbar. Besonders bewegt haben mich ihre Auseinandersetzungen mit ihrem Vater, der verzweifelt in der Alternativmedizin nach Lösungen für seine Enkeltochter sucht.
Die Geschichte in der Geschichte ist eher düster und bedrückend, aber spannend erzählt und gut aufgebaut. Dennoch fand ich den Teil über Katja und Paula interessanter und mochte diese Passagen deutlich lieber. Von den beiden hätte ich gern mehr gelesen.
„Eine Geschichte ist immer eine Möglichkeit.“
Der Stil des Autors hat mir sehr gut gefallen, schnörkellos und in alltagsnaher Sprache, schlau, fantasievoll und mit einer Prise Humor. Darüber hinaus kommt das Buch wirklich völlig ohne kitschige Sätze aus, was extrem selten bei einem solchen Thema passiert. Das finde ich sehr angenehm!
Die Länge des Romans mit gut 300 Seiten hat mir außerdem sehr zugesagt; nach einigen Lektüren mit über 500 Seiten in der letzten Zeit war ich erfreut über eine Geschichte, die sich auch kürzer erzählen lässt und trotzdem dabei nichts verliert.
Fazit
Ein leises Buch, das ein Schlaglicht wirft auf die Eltern von Kindern mit Krebs, ihren Alltag, ihre Kämpfe, ihre Sorgen und ihre Suche nach Antworten, Trost und Sicherheit. Wie wichtig es ist, dass wir Fantasie haben und uns Geschichten erzählen, wird hier ganz bedächtig erzählt. Ich bin froh, das Buch gelesen zu haben.
Empfehlung
Wer nicht vor einem Buch zurückschreckt, das schwere Erkrankungen von Kindern zum Thema hat, wer Lust hat auf ein toll geschriebenes Buch über Mutter und Tochter, Literatur und Fantasie, könnte sich an diesem Buch erfreuen.
Katja und Paula sind Mutter und Tochter. Katja ist Lehrerin und alleinerziehend. Paula ist 14, hat Krebs und muss operiert werden. Im Roman begleiten wir Katja für ein paar Tage vor und nach der Operation ihrer Tochter. Sie liebt eigentlich Literatur, hat aber in ihrer aktuellen Situation den Draht dazu etwas verloren.
„Flucht, denkt sie, Bücher waren doch mal meine Zuflucht. Heute sind sie eine Wand, eine Mauer.“
Sie beschließt trotzdem, ihrer Tochter eine Geschichte zu erzählen, um die Zeit um die Operation herum erträglicher zu gestalten und die Verbindung zueinander wieder zu vertiefen. Obwohl Paula sich eigentlich zu alt fühlt, um Geschichten erzählt zu bekommen, lässt sie sich darauf ein und fordert ihre Mutter immer wieder auf, weiterzuerzählen. In der Geschichte, die Katja erzählt, geht es um ein Mädchen und einen Fuchs, die gegen einen übermächtigen Schatten kämpfen. Es gibt natürlich viele Parallelen zu Paulas Situation, dennoch steht sie für sich und macht einen großen Teil des Buches aus.
Bewertung
Katja als Protagonistin ist mir sehr sympathisch. Sie hat z.B. eine Abneigung gegen Spazierengehen und das Konzept der Selbstfürsorge, an dem sie immer wieder scheitert und das sie verflucht. Da wir nur eine gute Woche ihres Lebens begleiten, wird einiges in dem Buch nur angerissen, auch die Hintergründe einiger Figuren skizziert der Autor nur vage. Das mindert das Lesevergnügen für mich überhaupt nicht, denn Katja und ihre Innensicht reichen mir völlig aus. Ihre Überforderung, ihre Angst und ihre Schuldgefühle werden glaubhaft beschrieben. Über Paula erfahren wir, typisch für Teenager, nicht ganz so viel. Das, was wir erfahren, lässt sie aber wie einen ganz normalen Teenager mit (eigentlich) ganz normalem Leben wirken.
Ich konnte schnell in die Handlung eintauchen und mitfühlen. Die Beziehung zwischen Mutter und Tochter ist sehr fein und realistisch gezeichnet, glaubwürdig und gut getroffen. Mich hat beeindruckt, wie die Diagnose ihrer Tochter Katjas Beziehungen und Freundschaften beeinflusst. Katjas Perspektive war dabei für mich immer nachvollziehbar. Besonders bewegt haben mich ihre Auseinandersetzungen mit ihrem Vater, der verzweifelt in der Alternativmedizin nach Lösungen für seine Enkeltochter sucht.
Die Geschichte in der Geschichte ist eher düster und bedrückend, aber spannend erzählt und gut aufgebaut. Dennoch fand ich den Teil über Katja und Paula interessanter und mochte diese Passagen deutlich lieber. Von den beiden hätte ich gern mehr gelesen.
„Eine Geschichte ist immer eine Möglichkeit.“
Der Stil des Autors hat mir sehr gut gefallen, schnörkellos und in alltagsnaher Sprache, schlau, fantasievoll und mit einer Prise Humor. Darüber hinaus kommt das Buch wirklich völlig ohne kitschige Sätze aus, was extrem selten bei einem solchen Thema passiert. Das finde ich sehr angenehm!
Die Länge des Romans mit gut 300 Seiten hat mir außerdem sehr zugesagt; nach einigen Lektüren mit über 500 Seiten in der letzten Zeit war ich erfreut über eine Geschichte, die sich auch kürzer erzählen lässt und trotzdem dabei nichts verliert.
Fazit
Ein leises Buch, das ein Schlaglicht wirft auf die Eltern von Kindern mit Krebs, ihren Alltag, ihre Kämpfe, ihre Sorgen und ihre Suche nach Antworten, Trost und Sicherheit. Wie wichtig es ist, dass wir Fantasie haben und uns Geschichten erzählen, wird hier ganz bedächtig erzählt. Ich bin froh, das Buch gelesen zu haben.
Empfehlung
Wer nicht vor einem Buch zurückschreckt, das schwere Erkrankungen von Kindern zum Thema hat, wer Lust hat auf ein toll geschriebenes Buch über Mutter und Tochter, Literatur und Fantasie, könnte sich an diesem Buch erfreuen.