Geschwister und ihr schmales Elternhaus – sehr realistisch geschildert!
Das Cover gibt das Retro-Ambiente der abwaschbaren Blümchentischdecke und des farbigen Kaffeetassensets ideal wieder. Das selbstgebaute Haus auf großem Grundstück im dörflichen Rotshausen ist Elternhaus für drei sehr verschiedene Schwestern, die im Erwachsenenalter mit ihrer Entfremdung zueinander hadern, sind sie doch auch charakterlich sehr verschieden. Die Älteste, Sanne, immer pflichtbewusst, verheiratet, zwei Kinder, kümmert sich um die alternden Eltern und verliert sich schließlich im Zerfall ihrer eigenen Familie. Ihre nächste Schwester Petra, introvertiert, studiert, ledig, Außenseiterin, philosophiert viel über ihre Kindheit, ihr Elternhaus und die Klassenunterschiede in der Nachbarschaft. Das jüngste Geschwister Gitti entpuppt sich als lockerer, entspannter Charakter, bleibt bei den sich abwechselnden Perspektiven von Sanne und Petra im weiteren Geschehen eher im Hintergrund. Mangelnde Kommunikation, keine wohlmeinende Vertrautheit herrscht zwischen den Geschwistern vor. Auch kein spektakuläres Thema stellt der etwas aufgezwungene Umzug der Eltern in eine altengerechte Wohnung dar – eine einsame Entscheidung von Sanne. Dennoch mag man sich besonders in den Kindheitserinnerungen der Mädchen realistisch gespiegelt wiederfinden. Die Spannungen untereinander und besonders Sannes psychischer Zusammenbruch und ihre Gefühle von Wertlosigkeit ohne ihre Familienrolle sind gut beschrieben. Erst durch den vermeintlichen Verkauf des Elternhauses erfolgt eine lose Kontaktaufnahme ohne klare Annäherung, leider ohne Konfliktklärung.
Diese Erzählung über alternde Eltern in einem sie überfordernden Haus betont hier stark die verschieden tiefe Bedeutung eines Elternhauses für jedes der beschriebenen Geschwister. Ist ein Elternhaus nicht doch mehr als nur ein Gebäude, vielleicht ein Sehnsuchtsort, eher ein Gefühl von Sicherheit wie in einer Burg oder von Heimat gewährend? Wie lange in seinem Leben braucht man ein Elternhaus? Was macht ein Zuhause so einmalig bzw. so besonders, dass man gar nicht weg wollte?
Das plötzliche Ende überrascht, lässt es doch viele wichtige Fragen offen.
Diese Erzählung über alternde Eltern in einem sie überfordernden Haus betont hier stark die verschieden tiefe Bedeutung eines Elternhauses für jedes der beschriebenen Geschwister. Ist ein Elternhaus nicht doch mehr als nur ein Gebäude, vielleicht ein Sehnsuchtsort, eher ein Gefühl von Sicherheit wie in einer Burg oder von Heimat gewährend? Wie lange in seinem Leben braucht man ein Elternhaus? Was macht ein Zuhause so einmalig bzw. so besonders, dass man gar nicht weg wollte?
Das plötzliche Ende überrascht, lässt es doch viele wichtige Fragen offen.