Atmosphärisch aber mit Lücken

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inkerbellhc Avatar

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Dieses Buch hinterlässt mich zwiegespalten. Das japanisch inspirierte Setting ist bildgewaltig und die düstere, brutale Atmosphäre der „House of Assassins“-Welt hat mich sofort gepackt. Besonders die Dynamik zwischen Saya und Teno ist ein Highlight: Ein echtes Enemies-to-Lovers, das sich Zeit lässt und durch die wechselnden Perspektiven richtig Tiefe bekommt. Ihre Annäherung trotz Verrat und Traumata war für mich der Anker der Geschichte.

Leider verschenkt der Plot bei den „Sieben Prüfungen“ viel Potenzial. Was im Klappentext nach epischer Action klingt, wird oft durch Zeitsprünge abgekürzt oder plätschert randläufig vorbei – da hätte ich mir mehr Fokus gewünscht. Auch das Magiesystem blieb für mich bis zum Ende etwas blass.

Fazit: Wer eine starke, emotionale Liebesgeschichte in einem gnadenlosen Setting sucht, wird das Buch lieben. Für High-Fantasy-Puristen, die Wert auf straffes Worldbuilding und detaillierte Quest-Strukturen legen, gibt es jedoch ein paar Abzüge.