Sieben Prüfungen - Düster, intensiv, faszinierend

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vanessa_91 Avatar

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Meine Meinung
„Empire of Whispers and Shadows“ konnte mich wirklich überraschen. Wir starten die Geschichte mit Saya als Baby und begleiten sie dann 18 Jahre später.

Ich habe bereits von Beginn an die Härte dieser Welt gespürt: ein abgeschottetes Trainingslager im Dschungel, tödliche Prüfungen in der Hauptstadt, viele Intrigen und Täuschungen und eine dichte Atmosphäre in der japanischen Welt. Ich habe mich sofort in diese japanisch inspirierten Elemente /Bezeichnungen verliebt, denn sie verleihen der Geschichte eine tolle Tiefe und ein Gefühl von Fremdheit, das perfekt zur Brutalität der Assassinen-Ausbildung passt. Super auch auf dem Buchinnenumschlag ganz am Ende die Darstellung der Waffen wie z.B. Tanto.

Die Protagonisten Teno und Saya sind gezwungen, zusammenzuarbeiten, obwohl zwischen ihnen Hass, Schmerz und unausgesprochenen Themen stehen. Saya, eine "Gezeichnete" und auch Teno werden als sehr starke Figuren dargestellt.

Ich mochte, dass man eigentlich immer genau wusste, was in Sayas und Tenos Gedankenwelt vor sich ging, also die inneren Konflikte, die Schuldgefühle, die Rachegedanken und ebenso den Wunsch nach der Nähe zwischen den beiden.

Enemies to Lovers und magische Elemente werden hier im Buch toll umgesetzt, genauso wie ich es es mag, ohne zu übertrieben zu wirken.

Die Prüfungen, welche die beiden zusammen bestehen müssen, sind nicht nur actionreich, sondern auch fordernd.Ein falscher Moment könnte den Tod bedeuten. Zeitgleich enthüllt jede Prüfung ein Stück mehr über die Welt, die Strukturen rund um den Gottkaiser. Trotz der Komplexität hatte ich nie das Gefühl, den Überblick zu verlieren, manchmal (und deshalb auch den Stern-Abzug) hatte ich nur Schwierigkeiten mir manche Beschreibungen bildlich gut darstellen zu können, gelegentlich war es für mein Empfinden auch etwas sprunghaft, was sich aber aufs Ende zu stark verbessert hat.

Das Ende des ersten Bandes bleibt spannend und lässt viele Fragen offen. Ich werde den zweiten Teil definitiv lesen müssen, um zu erfahren, wie das letzte Spiel ausgeht.

Die wunderschöne Ausgabe mit gestaltetem Buchschnitt macht das Ganze zusätzlich zu einem besonderen Erlebnis – ein echtes farbliches Highlight im Regal.

Über die Autorin

Ursa Jaumanns Liebe für Fantasy wurde mit vier Jahren durch den »Zauberer von Oz« erweckt und hat sie seitdem nicht mehr losgelassen. Während der Krebserkrankung ihres Sohnes verwirklichte sie sich den Traum, eine ihrer Geschichten zu veröffentlichen, und war – zu ihrer eigenen Überraschung – sehr erfolgreich damit. Dank der Begeisterung ihrer Leser:innen schaffte sie es im Selfpublishing mehrfach auf die SPIEGEL-Bestsellerliste. Quelle: Aufbau Verlage