Zwischen Klinge und Knistern

Voller Stern Voller Stern Voller Stern Voller Stern Leerer Stern
mimilove Avatar

Von

Man nehme eine angehende Assassine mit Todesliste, setze ganz oben den Mann, der ihre Eltern verraten hat, sperre beide in ein Ausbildungsprogramm mit sieben tödlichen Prüfungen und würze das Ganze mit einem Gottkaiser, der Empathie vermutlich für eine ansteckende Krankheit hält. Fertig ist dieses herrlich düstere Chaos.
Schon das Cover mit dem passenden Farbschnitt ist ein kleines Kunstwerk. Es sieht edel aus, geheimnisvoll, fast schon zu schön für all das Blut, das zwischen den Seiten fließt. Optisch hat mich das Buch sofort gehabt. Inhaltlich dann auch.
Saya und Teno sind ein explosives Duo. Sie will ihm am liebsten das Katana zwischen die Rippen jagen, muss aber mit ihm überleben. Enemies to Lovers in seiner gefährlichsten Form. Die Dynamik zwischen den beiden ist angespannt, verletzlich und manchmal so aufgeladen, dass man beim Lesen kurz die Luft anhält. Gerade dieses emotionale Hin und Her hat mich gefesselt.
Die Welt ist japanisch inspiriert, voller Titel, Waffen und Begriffe, bei denen ich zwischendurch ein kleines Fragezeichen über dem Kopf hatte. Ein Glossar hätte ich gefeiert. Trotzdem entsteht eine dichte, brutale Atmosphäre. Prüfungen, Intrigen, falsche Aufträge und Geheimnisse, die wie lose Fäden überall herumhängen. Und dann dieses Ende. Damit hatte ich wirklich nicht gerechnet.
Ja, ich habe ein paar Tage gebraucht, um das Buch zu beenden. Aber nicht, weil es langweilig war, sondern weil ich die Intensität erst mal verdauen musste. Viel Emotion, viel Dunkelheit, viel Spannung.
Für mich ein starker Auftakt mit wunderschöner Optik, toxischer Anziehung und einem Cliffhanger, der schreit: Lies Band zwei. Und ich werde ganz sicher darauf hören.