Ein glamouröser Retro-Thriller voller Abgründe an der Amalfiküste

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eileen.3110 Avatar

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Rebecca Taylor McKays Roman „Er lügt – Doch es ist der Sommer der Wahrheit“ punktet ab der ersten Seite mit einem enormen Tempo und wirft den Leser direkt in ein atmosphärisch dichtes Verwirrspiel im Italien der 1960er-Jahre. Die rasant erzählte Geschichte verknüpft die düsteren Erinnerungen einer jungen Frau auf den Klippen von Positano mit dem trügerischen Schein ihrer glamourösen Flitterwochen.

Was mir richtig gut gefällt:
Keine Längen: Man wird ohne langes Vorgeplänkel direkt aus der staubigen Hitze des Friedhofs in den rasanten Start der Flitterwochen im Jahr 1961 geworfen.
Psychologisches Verwirrspiel: Das plötzliche Erstarren des Ehemanns Spencer im Aufzug beim Anblick eines anderen Paares bringt einen herrlich zynischen und tiefgründigen Biss in die scheinbar perfekte Liebesidylle.
Düsterer Hintergrund: Die unheimlichen, fragmentierten Erinnerungsfetzen im Londoner Sanatorium am Ende liefern ein faszinierendes und unheimliches Fundament für lauernde Lügen.

Mein kritischer Blick:
Eindrücke-Overload: Durch das extrem rasant getaktete Wechselspiel zwischen der filmreifen Amalfiküste-Kulisse und den plötzlich aufkeimenden, beklemmenden Gedächtnislücken prasseln zu Beginn sehr viele intensive Kontraste parallel auf einen ein.

Mein Fazit:
Ein atmosphärisch dichter und rasanter Retro-Psychothriller mit absolut greifbarer Substanz. Wer charakterzentrierten Nervenkitzel und moralisch graue Beziehungsgerüste schätzt, findet hier einen verdammt packenden Page-Turner.