Falsches Spiel

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mjoch Avatar

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Man fängt ein Buch an, liest die ersten Seiten und denkt sich: „Klassischer Psychothriller, ich weiß, wo das hinführt.“ Und dann zieht Rebecca Taylor McKay in Er lügt plötzlich den Teppich unter den Füßen weg. Die Geschichte führt ins Jahr 1961 an die italienische Amalfiküste, wo die frisch vermählte Clara und ihr reicher Ehemann Spencer eigentlich ihre Flitterwochen genießen sollten. Doch eine mysteriöse Nachricht unter ihrer Zimmertür reißt Fassaden ein: „Er lügt“. Plötzlich wird das vermeintliche Urlaubsparadies zum Albtraum aus Misstrauen, Erinnerungslücken und der schleichenden Panik, dass der Mensch an der eigenen Seite ein Fremder ist. Was mir an McKays Schreibstil besonders gefällt, ist die subtile, fast klaustrophobische Spannung ganz ohne billige Effekte. Die Figuren sind nahbare Menschen mit Ecken und Kanten, was die Frage umso unangenehmer macht, wie man selbst reagieren würde. Er lügt ist am Ende kein tiefschürfendes Drama, aber ein verdammt clever konstruierter Pageturner mit genialem Sog, der sich perfekt für ein langes Lesewochenende auf dem Sofa eignet.