Flitterwochen voller Fragen und Misstrauen

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Flitterwochen an der italienischen Amalfiküste im Sommer versprechen reinstes Glück und unvergessliche Erlebnisse für ein junges Paar wie Clara und Spencer. Ihre Flitterwochen aber stehen von vornherein unter einem dunklen Stern. Was hat der Zettel “Er lügt” zu bedeuten, den Clara unter der Hotelzimmertür findet?

* Atmosphäre: italienisch, sommerlich heiß mit einer Reihe offener Fragen zu Clara und Spencer

* Kernthema: nachgeholte Flitterwochen nach Krankheit und einer unklaren Vergangenheit.

* Spannung: Andeutungen und offene Fragen bauen eine unterschwellige Spannung vor dem eigentlichen Finale auf.

* Für Fans von: Geschichten, die Vertrauen und Ehrlichkeit hinterfragen.

UM WAS ES GEHT

Clara und Spencer holen ihre Flitterwochen im italienischen Positano an der Amalfiküste nach. Das erste Jahr ihrer Ehe ist durch Claras lange Krankheit gekennzeichnet, die ihren Kopf und Körper wie in einem Nebel erscheinen ließ. Im malerischen Küstenort in Italien Anfang der 1960er Jahre soll ihre Ehe wieder Auftrieb nehmen. Nach einigen Tagen findet Clara aber einen Zettel unter der Tür mit der Aufschrift “Er lügt”.

MEIN EINDRUCK

Rebecca Taylor McKay setzt in “Er lügt” eine schwierige Ehesituation in den Mittelpunkt. Durch die Krankheit ist das Miteinander, Claras extreme Unsicherheit und ihr eigenes Selbstbild sehr in Mitleidenschaft gezogen worden. Durch einen anonymen Hinweis und die vermittelte Ahnung, dass “er lügt”, bekommt diese Beziehung und damit die Geschichte eine besondere Rätselhaftigkeit und Brisanz.

Das Buch ist in drei Teile gegliedert. Der erste Teil, rund 60 Prozent des Buches, fühlte sich für mich sehr zäh an. Spencer gibt sich Mühe, durch Aktivitäten und Geschenke Clara schöne Flitterwochen zu ermöglichen. Ein weiteres Paar nimmt in diesem Teil ebenfalls Raum und Einfluss. Letztlich beschränkt sich der erste Abschnitt aber auf der Schilderung der Ehesituation und verschafft durch Andeutungen und unklare Situationen im Jetzt und in der Vergangenheit immer wieder eine gewisse Rätselhaftigkeit. Dies wiederholt sich meines Eindruckes wieder und wieder und die Handlung gewinnt nur zaghaft an Tempo. Der zweite und dritte Teil, bauen dann tatsächlich Spannung und Explosivität auf, die als mitreißend bezeichnet werden kann.

Die Handlung löst sich am Ende vollständig auf, bringt im dritten Erzählteil noch eine unerwartete Entwicklung und finale Aufklärung mit sich, die ich durchaus als spannend bezeichnen möchte. Mit den letzten Worten bleibt man noch einen Moment gefangen und denkt über das gerade Gelesene nach.

Die Schilderung der 60er Jahre war in meinen Augen nicht so deutlich, dass ich mich wirklich in diese Zeit versetzt fühlen konnte. Den inneren Konflikten und Gedanken von Clara konnte ich hingegen sehr gut folgen. Erzählt wird die Geschichte aus der Ich-Perspektive von Clara.

MEIN FAZIT

“Er lügt” von Rebecca Taylor McKay hat für mich einige Längen in den ersten zwei Dritteln des Buches. Dies macht es sehr langatmig. Im Mittelpunkt steht zunächst die auf einer langwierigen Krankheit und unklaren Vergangenheit beruhende, schwierige Ehesituation. Insgesamt hat mich das Buch leider über weite Teile nicht überzeugen können und hätte mit dem Setting und der Handlungsidee mehr Potenzial gehabt. Ich würde das Buch auch nicht in das Genre Thriller einordnen.