Flüssig geschrieben, aber relativ langatmig

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lilli333 Avatar

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Im August 1960 heirateten Clara und Spencer Carmichael ziemlich überstürzt. Aber dann war Clara lange krank. Daher können sie die Hochzeitsreise erst im Jahr darauf, im August 1961, antreten. Ziel ist das malerische Örtchen Positano an der italienischen Amalfiküste. Doch von Anfang an fühlt Clara sich nicht wirklich wohl. Als dann noch ein Zettel unter der Tür des Hotelzimmers hindurchgeschoben wird, auf dem „Er lügt“ steht, wird Clara immer unsicherer. Hat ihr Mann etwas zu verbergen oder auf wen bezieht sich der Zettel?

Diese Szene, als Clara den Zettel in die Hand bekommt, ist in der ersten Hälfte des Buches die spannendste. Ansonsten gibt es viele atmosphärische Landschaftsbeschreibungen und Lamentieren über Claras seltsame Krankheit inklusive partiellem Gedächtnisverlust. Am liebsten hätte ich das Buch abgebrochen. Es war mir einfach zu wenig Handlung, zu wenig Spannung.

Ich mochte keine der beteiligten Personen. Spencer wird als „Bösewicht“ aufgebaut, obwohl er sich vordergründig nur um seine Frau sorgt. Clara ist das „Opfer“, und in dieser Rolle geht sie komplett mit Jammern und Ohnmachtsanfällen auf. Dann ist da noch ein anderes Ehepaar, Vivian und Fred, mit denen Clara sich anfreundet, während Spencer seine Frau von ihnen fernhalten möchte. Alle Charaktere bleiben für meinen Geschmack viel zu blass. Ich kam ihnen einfach nicht nahe.

Die zweite Hälfte ist dann etwas spannender geraten, aber von Thrill auch hier keine Spur. Aber jetzt passiert endlich mal etwas. Es kommt zu einigen Zwischenfällen und Wendungen, sodass man beim Lesen wenigstens den Hauch von Spannung erfährt.

Über das Ende kann man geteilter Meinung sein. Ich fand es nicht schlecht.

Insgesamt konnte mich der Debütroman von Rebecca Taylor McKay aber leider überhaupt nicht begeistern, obwohl der Schreibstil gut ist und die Atmosphäre der 1960er Jahre perfekt eingefangen wurde.