Will ich unbedingt lesen!

Voller Stern Voller Stern Voller Stern Voller Stern Voller Stern
söphken Avatar

Von

Schon nach den ersten Seiten der Leseprobe von "Es ist hell und draußen dreht sich die Welt" hatte ich das Gefühl, in einen Gedanken einzutreten, den ich selbst schon einmal gedacht habe. Dieses leise Kreisen um den Wunsch nach einem Kind, um Hoffnung und Zweifel, um Nähe und Verantwortung fühlt sich nicht konstruiert an, sondern ehrlich und vertraut.

Die Protagonistin Linn steht mit ihrem Kinderwunsch nicht nur vor einer privaten Entscheidung, sondern mitten in einer gesellschaftlichen Frage. Wie frei sind Frauen wirklich, wenn es um ihren Körper und ihre Zukunft geht. Die Leseprobe macht diese Spannung spürbar, ohne sie zu erklären, und genau das hat mich berührt. Linn darf unsicher sein, widersprüchlich, tastend. Darin liegt für mich etwas sehr Feministisches.

Besonders interessant finde ich die Beziehung zwischen Linn und Eva. Aus anfänglicher Distanz entsteht langsam eine Nähe, die Erwartungen verschiebt. Diese Begegnung zeigt, wie Frauen einander Halt geben können, ohne sich an Rollen festzuhalten. Es geht nicht um Konkurrenz oder Urteil, sondern um Zuhören, Verstehen und das gemeinsame Aushalten von Unsicherheit.

Ich möchte dieses Buch weiterlesen, weil es Raum lässt für Fragen, die oft keinen Platz haben. Es erzählt von Mutterschaft, Selbstbestimmung und Verbundenheit auf eine stille, ehrliche Weise. Die Leseprobe fühlt sich an wie ein offenes Fenster, durch das Licht fällt und Luft hereinkommt, ohne Antworten zu versprechen.