Ein intensives Kammerspiel über Freundschaft, Grenzen und Weiblichkeit
„Weil sie ein bisschen stolz war auf ihre Fähigkeit, einen Unterschied zu machen, statt immer nur das Nötigste, damit alle überleben. Seit wann war sie so sehr damit beschäftigt? So beschäftigt damit, Bedürfnisse zu befriedigen, dass darüber hinaus nichts mehr möglich war. Es gibt so viele Bedürfnisse. Unendlich viele. Befriedigt man eins, kommen drei nach, und wer kann entscheiden, welches ignoriert werden darf, ja, vielleicht sogar sollte?" (S. 110)
Der Roman „Es ist hell und draußen dreht sich die Welt" von Dita Zipfel fühlt sich beim Lesen wie ein intensives Kammerspiel an. Zwei Paare reisen gemeinsam in den Urlaub nach Südfrankreich: das eine mit ihren beiden Kindern, gut situiert und Gastgeber; das andere Paar mit unerfülltem Kinderwunsch. Die Männer sind seit Schulzeiten eng befreundet. Die Frauen nähern sich zunehmend aneinander an, dabei so unterschiedlich – die eine fast archaisch-wild. Die andere in ihrer weichen Art vordergründig zufrieden-angepasst.
Die Sprache ist kraftvoll und zugleich auch irgendwie zart. Die Annäherung zwischen Eva und Linn hat mich an den französischen Film „Liebe mich, wenn du dich traust" aus dem Jahre 2003 erinnert: dieses sich gegenseitige Antreiben, über Grenzen bringen, immer ein bisschen am Rande des Wahnsinns.
Was mir besonders gefallen hat, war die Darstellung der beiden unterschiedlichen Frauenfiguren. Beide so besonders und speziell, dass es eine Freude war, ihnen in ihren Gedankengängen zu folgen, die zugleich so vertraut sind. Sie als Leserin bei ihren Taten zu begleiten, die zum Teil nachvollziehbar sind, hat sich mitunter irritierend angefühlt.
Das Ende kam für mich tatsächlich etwas abrupt und hat mich mit hundert Fragezeichen im Kopf zurückgelassen. Ich hätte mir ein anderes Ende gewünscht – andererseits passt es irgendwie auch wieder sehr gut zu den beiden Frauen mit ihrer in sich schlummernden ungezähmten Wildheit. Letztendlich war es wie eines dieser Bühnenstücke, bei dem am Ende alle nackt über die Bühne laufen und sich gegenseitig mit Tomaten bewerfen und man als Zuschauer sich fragt: Was will die Autorin uns damit sagen? Es ist auf jeden Fall ein emotionales Leseerlebnis, zum Teil wild, dann wieder überraschend feinfühlig. Und auch die Fragezeichen, die die Autorin zum Ende mit Wucht platziert, hallen noch nach.
Der Roman „Es ist hell und draußen dreht sich die Welt" von Dita Zipfel fühlt sich beim Lesen wie ein intensives Kammerspiel an. Zwei Paare reisen gemeinsam in den Urlaub nach Südfrankreich: das eine mit ihren beiden Kindern, gut situiert und Gastgeber; das andere Paar mit unerfülltem Kinderwunsch. Die Männer sind seit Schulzeiten eng befreundet. Die Frauen nähern sich zunehmend aneinander an, dabei so unterschiedlich – die eine fast archaisch-wild. Die andere in ihrer weichen Art vordergründig zufrieden-angepasst.
Die Sprache ist kraftvoll und zugleich auch irgendwie zart. Die Annäherung zwischen Eva und Linn hat mich an den französischen Film „Liebe mich, wenn du dich traust" aus dem Jahre 2003 erinnert: dieses sich gegenseitige Antreiben, über Grenzen bringen, immer ein bisschen am Rande des Wahnsinns.
Was mir besonders gefallen hat, war die Darstellung der beiden unterschiedlichen Frauenfiguren. Beide so besonders und speziell, dass es eine Freude war, ihnen in ihren Gedankengängen zu folgen, die zugleich so vertraut sind. Sie als Leserin bei ihren Taten zu begleiten, die zum Teil nachvollziehbar sind, hat sich mitunter irritierend angefühlt.
Das Ende kam für mich tatsächlich etwas abrupt und hat mich mit hundert Fragezeichen im Kopf zurückgelassen. Ich hätte mir ein anderes Ende gewünscht – andererseits passt es irgendwie auch wieder sehr gut zu den beiden Frauen mit ihrer in sich schlummernden ungezähmten Wildheit. Letztendlich war es wie eines dieser Bühnenstücke, bei dem am Ende alle nackt über die Bühne laufen und sich gegenseitig mit Tomaten bewerfen und man als Zuschauer sich fragt: Was will die Autorin uns damit sagen? Es ist auf jeden Fall ein emotionales Leseerlebnis, zum Teil wild, dann wieder überraschend feinfühlig. Und auch die Fragezeichen, die die Autorin zum Ende mit Wucht platziert, hallen noch nach.