Ein wilder Ritt
"Es ist hell und draußen dreht sich die Welt" ist für mich ein wilder Lese-Ritt gewesen. Der Roman hat mich sofort eingesaugt, das hatte ich bereits anhand der Leseprobe bemerkt, und ließ sich richtig schnell weglesen. Ich fand viele der besprochenen Themen, unerfüllten Kinderwunsch, das Muttersein, Mutter- vs. Vater-Rolle, Frauenfreundschaft, Männerfreundschaft, u.a. sehr spannend. Wichtig, dass es hierüber Literatur gibt, die es schafft, ein differenziertes Bild zu malen und verschiedene Perspektiven aufzuzeigen, eben nicht schwarz.weiß sondern nuanciert. Das ist Dita Zipfel gut gelungen. Über das Ende habe ich noch länger nachgedacht - ob ich es zu abgefahren fand oder genau richtig. Ich habe mich immer noch nicht entschieden. Das einzige Manko war für mich vielleicht die Kürze der Lektüre, wir begleiten die Protagonisten eben einen sehr begrenzten Zeitraum lang, genau einen gemeinsamen Urlaub über. Ich tauche gerne noch tiefer und intensiver ein, begleite Romanfiguren länger, gerne auch über Jahre oder Jahrzehnte. Diese Tiefe hat mir also ein wenig gefehlt, aber das mag auch eine persönliche Präferenz sein.