Eva und die Rolle der Frau

Voller Stern Voller Stern Voller Stern Voller Stern Voller Stern
senfblüte Avatar

Von

Eva ist der Archetyp der Weiblichkeit und Linn, die sich in Kinderwunschbehandlung befindet, fühlt sich neben ihr unweiblich und konkurrenzlos unterlegen. Sie ist ohnehin nur bei diesem Sommerurlaub dabei, weil ihr zwar mittelloser Mann, der beste Freund von Evas gut situiertem Mann Felix ist.
Die beiden spielen bei diesem Buch aber eher eine Nebenrolle - genau wie die Kinder, wobei das Baby nicht einmal einen Namen hat.
Im Zentrum des Buches steht aber etwas anderes: Die Frage nach Weiblichkeit und nach gesellschaftlichen Rollen, nach Familienentwürfen und danach, wie Frauen das ganze Konzept im Alltag zusammenhalten können und dabei oft ihre eigenen Grenzen vergessen - nach der Frage, was sie aufgeben müssen für eine Schwangerschaft, die den Körper und das Alltagsleben dominiert. Oder die gesellschaftliche Ächtung, wenn sich eine Frau nicht auf das Leben als Mutter einlassen kann oder möchte.
Viele der Verhaltensweisen der beiden Protagonisten sind ein bisschen überzogen, aber man kann sich sehr gut in sie hineinversetzen.
Das Buch hat mir überraschend gut gefallen, die Leseprobe hatte mich nur so halb überzeugt, aber auch nach dem Lesen bleiben die Figuren in Erinnerung und das spricht meiner Meinung nach immer für ein gutes Buch.