Kammerspiel über Familienplanung und Lebensentwürfe

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nataliegoodman Avatar

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2 Paare, die sich im finanziellen Status und dem Stand ihrer Familienplanung sehr unterscheiden, fahren gemeinsam in den Urlaub nach Frankreich. Idylle kommt in der traumhaften Urlaubskulisse gar nicht erst auf: Alle versuchen krampfhaft, Normalität und Augenhöhe zu spielen, aber Dita Zipfel lässt die Leser:innen von Anfang an hinter die Fassade schauen und macht Unsicherheiten und Machtgefälle sichtbar. Gekonnt zeigt sie den Widerspruch zwischen dem, was die 4 tun, und dem, was sie denken. Die tiefen Einblicke in das innere Leben der Charaktere, besonders das der beiden Frauen, fand ich sehr spannend. Die kinderlose Linn und die jüngere Eva, die bereits zweifache Mutter ist, sind sehr unterschiedliche Frauen. Gekonnt zeichnet die Autorin dieses Kennenlernen wie ein intimes Kammerspiel: Sie nähern sich an und entfernen sich dann wieder, nur um wieder einen Schritt aufeinander zuzugehen. Die zwischenmenschlichen Konflikte beschreibt sie mit klarer, ausrucksstarker Sprache.

Während die Geschichte hyperrealistisch anfängt, wird sie mit dem Verlauf der Handlung immer abstrakter, bis sie in einem offenen Ende mündet. Das hat mich leider unbefriedigt zurückgelassen. Ansonsten hat mich das Buch aber gut unterhalten.