Konkurrenz und Schwesternschaft
Eine hat Kinder und die andere befindet sich mitten in der Kinderwunschbehandlung. In einer Art Kammerspiel tun sich jeweils aus verschiedenen Perspektiven der Beteiligten Abgründe auf - und Fragen. Was bedeutet es Mutter zu sein? Was, wenn ich es nie werden kann? Wohin mit all der Wut? Eva und Linn beneiden und bewundern sich gleichermaßen und gegenseitig. Zwischen Neid und Neugier entsteht ein zartes Band, ein Spiel zwischen ihnen, das ungeahnte Kräfte freisetzt. Dita Zipfel findet einen Weg Mutterschaft (und deren Abwesenheit) in ihrer Absurdität, Realismus, Brutalität und Zartheit darzustellen, was beim lesen Freude macht. Kurzweilig und tiefgreifend wird ein Blick hinter die Kulissen geworfen. Während mich die Arglosigkeit und das Schweigen von Felix und Matze, deren passive Rolle, genervt haben, mochte ich Matze dennoch von allen Charakteren irgendwie am Liebsten. Von Stil und Thema her ähnlich zu Büchern wie „Schöne Scham“ von Bianca Nawroth oder „Blaues Wunder“ von Anne Freytag, die mir beide auch sehr gut gefallen haben. Empfehlung!