Zwischen Mutterschaft und Kinderwunsch
Wow, was für eine rasante Geschichte. Mein Fazit vorweg: Ich habe dieses Buch sehr gerne gelesen.
Ein Urlaub, zwei Paare und vier völlig unterschiedliche Charaktere - das ist von Beginn an perfekter Stoff für eine explosive Handlung. Da sind Eva und Felix: Er ist erfolgreich, wohlhabend und selbstbewusst, sie jung, schön und fruchtbar. Dem gegenüber stehen Linn und Matze: Er ist freundlich, angepasst und Felix' bester Freund, sie unangepasst und unfruchtbar.
Linn steckt mitten in einer Kinderwunschbehandlung, und ich fand es großartig - und wichtig -, so eindrücklich zu erleben, wie belastend und fordernd dieser Prozess für Körper und Seele sein kann.
Während des gemeinsamen Urlaubs wird Linn ständig mit der jungen Zweifachmutter Eva konfrontiert und ist zugleich fasziniert von ihr. Als Evas perfekte Fassade zu bröckeln beginnt und eine überforderte junge Frau zum Vorschein kommt, die alles andere als makellos ist, entwickelt sich zwischen den beiden eine besondere Verbundenheit. Die Männer hingegen nehmen von den emotionalen Spannungen zwischen den Frauen kaum etwas wahr. Sie sind seit jeher beste Freunde, und jeder kennt seinen festen Platz in dieser Beziehung: Felix gibt den Ton an, Matze folgt. In einem Rückblick erfahren wir, dass sich dieses Machtgefüge einst einmal verschoben hatte - ein Aspekt, den ich sehr spannend fand. Insgesamt stehen die beiden Männer jedoch weniger im Mittelpunkt der Geschichte.
Der Roman lebt vor allem von Eva und Linn. Ich mochte beide Figuren sehr und hatte beim Lesen mehr als einmal einen Kloß im Hals. Die Themen Mutterschaft, gewollte und ungewollte Schwangerschaft sowie das Spannungsfeld zwischen "zu viel" und "zu wenig" Muttersein stehen im Zentrum - ungeschönte, ehrliche und berührend erzählt. Das hat mir ausgesprochen gut gefallen.
'Es ist hell und draußen dreht sich die Welt' von Dita Zipfel hat mich wirklich überzeugt. Erwähnen möchte ich auch die Reinigungskraft der Anlage: An ihr zeigt sich eindrucksvoll der Unterschied zwischen bloßem Sich-wichtig-Machen und echter Macht - eine sehr gelungene Idee.
Mein einziger Kritikpunkt betrifft das Ende. Dort geschieht etwas, das ich bis heute nicht ganz einordnen kann; der Zusammenhang zur restlichen Geschichte blieb mir unklar. Trotzdem war der Roman zuvor so stark, dass ich ihn uneingeschränkt empfehlen möchte. Greift zu - es ist ein wirklich lesenswertes Buch.
Ein Urlaub, zwei Paare und vier völlig unterschiedliche Charaktere - das ist von Beginn an perfekter Stoff für eine explosive Handlung. Da sind Eva und Felix: Er ist erfolgreich, wohlhabend und selbstbewusst, sie jung, schön und fruchtbar. Dem gegenüber stehen Linn und Matze: Er ist freundlich, angepasst und Felix' bester Freund, sie unangepasst und unfruchtbar.
Linn steckt mitten in einer Kinderwunschbehandlung, und ich fand es großartig - und wichtig -, so eindrücklich zu erleben, wie belastend und fordernd dieser Prozess für Körper und Seele sein kann.
Während des gemeinsamen Urlaubs wird Linn ständig mit der jungen Zweifachmutter Eva konfrontiert und ist zugleich fasziniert von ihr. Als Evas perfekte Fassade zu bröckeln beginnt und eine überforderte junge Frau zum Vorschein kommt, die alles andere als makellos ist, entwickelt sich zwischen den beiden eine besondere Verbundenheit. Die Männer hingegen nehmen von den emotionalen Spannungen zwischen den Frauen kaum etwas wahr. Sie sind seit jeher beste Freunde, und jeder kennt seinen festen Platz in dieser Beziehung: Felix gibt den Ton an, Matze folgt. In einem Rückblick erfahren wir, dass sich dieses Machtgefüge einst einmal verschoben hatte - ein Aspekt, den ich sehr spannend fand. Insgesamt stehen die beiden Männer jedoch weniger im Mittelpunkt der Geschichte.
Der Roman lebt vor allem von Eva und Linn. Ich mochte beide Figuren sehr und hatte beim Lesen mehr als einmal einen Kloß im Hals. Die Themen Mutterschaft, gewollte und ungewollte Schwangerschaft sowie das Spannungsfeld zwischen "zu viel" und "zu wenig" Muttersein stehen im Zentrum - ungeschönte, ehrliche und berührend erzählt. Das hat mir ausgesprochen gut gefallen.
'Es ist hell und draußen dreht sich die Welt' von Dita Zipfel hat mich wirklich überzeugt. Erwähnen möchte ich auch die Reinigungskraft der Anlage: An ihr zeigt sich eindrucksvoll der Unterschied zwischen bloßem Sich-wichtig-Machen und echter Macht - eine sehr gelungene Idee.
Mein einziger Kritikpunkt betrifft das Ende. Dort geschieht etwas, das ich bis heute nicht ganz einordnen kann; der Zusammenhang zur restlichen Geschichte blieb mir unklar. Trotzdem war der Roman zuvor so stark, dass ich ihn uneingeschränkt empfehlen möchte. Greift zu - es ist ein wirklich lesenswertes Buch.