Die Leseprobe zieht sofort mit einer ungewöhnlichen, sehr gegenwärtigen Erzählinstanz rein. Frech, klug, verletzlich, mit einem Hang zur Selbstironie und zu abrupten Gefühlswechseln. Schon die Eröffnung über „Listen“ und die begleitende „Playliste“ wirkt wie ein spielerischer Schutzmechanismus: Ordnung schaffen, während innerlich alles wackelt. Gleichzeitig ist der Ton extrem intim, weil die Erzählerin den toten Vater direkt adressiert und offenlegt, dass sie durch das Schreiben gleichzeitig loswerden und festhalten will.
Was hängen bleibt, ist dieser starke Kontrast aus Komik und Schmerz: Kneipenbeobachtungen, Dialekt, Alltagsregeln und bissige Kommentare kippen plötzlich in körperliche Panik, Scham und Trauer, die sich kaum „angemessen“ anfühlt. Gerade diese Mischung macht die Stimme sehr eigen – rotzig-berlinerisch, popkulturell aufgeladen, essayistisch und trotzdem emotional roh. Man spürt: Das Buch will nicht „schön“ trauern, sondern zeigen, wie widersprüchlich Verlust ist, wenn Nähe immer nur punktuell da war.
Was hängen bleibt, ist dieser starke Kontrast aus Komik und Schmerz: Kneipenbeobachtungen, Dialekt, Alltagsregeln und bissige Kommentare kippen plötzlich in körperliche Panik, Scham und Trauer, die sich kaum „angemessen“ anfühlt. Gerade diese Mischung macht die Stimme sehr eigen – rotzig-berlinerisch, popkulturell aufgeladen, essayistisch und trotzdem emotional roh. Man spürt: Das Buch will nicht „schön“ trauern, sondern zeigen, wie widersprüchlich Verlust ist, wenn Nähe immer nur punktuell da war.