Schonungslos ehrlich und tief bewegend
Dieser Roman erzählt von Martina, die nach dem Tod ihres Vaters aus ihrem ohnehin fragilen Alltag gerissen wird und sich zwischen Berliner Nächten, Kneipengesprächen und Selbstzweifeln neu verorten muss. Die Geschichte überzeugt durch ihre schonungslose Ehrlichkeit und eine Sprache, die zugleich rau, komisch und tieftraurig ist. Sie führt nah an die Abgründe der Figur heran, ohne sie bloßzustellen. Besonders eindrucksvoll ist, wie existenzielle Fragen nach Familie, Verlust und Identität mit einem leisen, manchmal bitteren Humor verbunden werden, sodass ein intensives, berührendes Porträt einer Frau entsteht, die im Taumel der Nacht nach Halt und Wahrheit sucht.