Absturz
"Die meisten Menschen reichen der Trauer scheu und ein bißchen schlapp die Hand, sagen höflich, aber kaum hörbar Hallo, und dann steigen sie mit ihr in die Ringbahn einund fahren so lange durch immerwährenden Niesel im Kreis, bis die Trauer irgendwann aussteigt, ogne sich nochmal umzudrehen. Die Ringbahn, ein düsteres Riesenrad, das auf dem Boden liegt."
Puuh, was für ein Buch.
Sprachlich und gedanklich sehr viel treffendes und "schönes" im weitesten Sinne, inhaltlich durchgehend harter Tobak mit größeren Abschweifungen denen man nur noch schwer folgen möchte.
Martina, 35, arbeitslose Alkoholikerin in Berlin trauert um ihren Vater und nach und nach erfahren wir durch ihre Abstürze von der schwierigen Familiengeschichte. Viel Suff, Gewalt, Vernachlässigung - irgendwann war ich als Leserin so übersättigt mit Elend, dass ich immer schludriger gelesen habe. Ob Martina eine runde Figur abgibt, weiss ich nicht da sie z.B. trotz gestrichenem Arbeitslosengeld über genügend Geld zu verfügen scheint und vor allem doch auch sehr intellektuell und philosophisch ist, immer lesend in der Eckkneipe abhängt. Meine Zweifel diesbezüglich zeigen vielleicht aber auch nur meine eigenen Vorurteile auf und entlarven mich...
Vom Schockpotential musste ich an Charlotte Roches Bücher der frühen 00er denken bei denen ja auch, wenn man alles Widerliche überlesen hat, eine tieftraurige Lebensgeschichte zum Vorschein kam.
Sicherlich kein Buch für jeden, das Ekelpotential und die schiere Menge aller Körperflüssigkeiten sind wirklich sehr hoch. Trotzdem bin ich zu meinem eigenen Erstaunen am Ball geblieben und konnte auch immer wieder tolle Sätze entdecken und mir aufschreiben.
Puuh, was für ein Buch.
Sprachlich und gedanklich sehr viel treffendes und "schönes" im weitesten Sinne, inhaltlich durchgehend harter Tobak mit größeren Abschweifungen denen man nur noch schwer folgen möchte.
Martina, 35, arbeitslose Alkoholikerin in Berlin trauert um ihren Vater und nach und nach erfahren wir durch ihre Abstürze von der schwierigen Familiengeschichte. Viel Suff, Gewalt, Vernachlässigung - irgendwann war ich als Leserin so übersättigt mit Elend, dass ich immer schludriger gelesen habe. Ob Martina eine runde Figur abgibt, weiss ich nicht da sie z.B. trotz gestrichenem Arbeitslosengeld über genügend Geld zu verfügen scheint und vor allem doch auch sehr intellektuell und philosophisch ist, immer lesend in der Eckkneipe abhängt. Meine Zweifel diesbezüglich zeigen vielleicht aber auch nur meine eigenen Vorurteile auf und entlarven mich...
Vom Schockpotential musste ich an Charlotte Roches Bücher der frühen 00er denken bei denen ja auch, wenn man alles Widerliche überlesen hat, eine tieftraurige Lebensgeschichte zum Vorschein kam.
Sicherlich kein Buch für jeden, das Ekelpotential und die schiere Menge aller Körperflüssigkeiten sind wirklich sehr hoch. Trotzdem bin ich zu meinem eigenen Erstaunen am Ball geblieben und konnte auch immer wieder tolle Sätze entdecken und mir aufschreiben.