Beobachtung vom Absturz

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leylin Avatar

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Das Cover des Buches sprach mich vom Motiv her sehr an und auch der silberschimmernde Einband strahlt erstmal "Party" aus. Ich hatte mich darauf eingestellt einen längeren Leidensweg der Protagonistin Martina zu begleiten, was ich aber bekam war ein wirklich absurder und teilweise sehr widerlichen Trip gemischt aus Leid, Vernachlässigung, verpasster Chance, Trauer und dem Versuch diese wegezuschieben sowie Sucht gespickt mit krassen Psychosen.
Der Roman ist definitiv keine leichte Kost und nichts für zarte Gemüter. Svenja Liesau führt den Lesenden das Gedankenkarussell einer alkoholkranken Frau sehr, sehr nah. Durch die Aneinanderreihung absurder Gedanken und damit entstehenden Verknüpfungen wird deutlich welcher Schaden bei der Protagonistin zunehmend entsteht. Durch diese Darstellung war mein Leseerlebnis durchaus erschwert, da ich mich nicht gut an die stakkatohafte und immer weiter abdriftenden Gedanken gewöhnen konnte aber ehrlicherweise auch nicht wollte. Hut ab vor dieser literarischen Leistung diese Absurdität einzufangen und die Risiken und Konsequenzen von Süchten aufzuzeigen.