Ehrlich, melancholisch und intensiv

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emmamarie Avatar

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„Es war nicht anders möglich“ von Svenja Liesau ist kein Buch, das man mal eben zwischendurch liest. Es ist ein leiser, sehr emotionaler Roman, der sich mit Trauer, Einsamkeit und der Suche nach einem Platz im Leben beschäftigt. Das Cover gefällt mir besonders gut, weil es die melancholische Stimmung des Buches perfekt einfängt. Es wirkt schlicht, aber gleichzeitig tiefgründig – genau wie die Geschichte selbst.

Im Mittelpunkt steht Martina, die nach dem Tod ihres Vaters versucht, mit ihrer Vergangenheit und ihrem gegenwärtigen Leben zurechtzukommen. Dabei begegnet sie Menschen, die selbst ihre Päckchen zu tragen haben, und beginnt langsam, sich mit den eigenen Verletzungen auseinanderzusetzen. Die Handlung lebt weniger von großen Ereignissen als von den Gedanken, Gesprächen und Gefühlen der Figuren.

Der Schreibstil von Svenja Liesau hat mich beeindruckt. Er ist poetisch, ruhig und stellenweise fast schon philosophisch. Gleichzeitig war genau das für mich auch eine kleine Schwäche. Manche Passagen sind sehr ausführlich und wirken etwas langatmig, sodass ich zwischendurch das Gefühl hatte, die Geschichte würde sich im Kreis drehen. Wer einen schnellen oder spannenden Roman erwartet, wird hier vermutlich nicht glücklich.

Besonders gelungen fand ich jedoch die Figuren. Martina wirkt mit all ihren Unsicherheiten und Fehlern unglaublich authentisch. Auch die Menschen, denen sie begegnet, fühlen sich echt an und zeigen, dass jeder auf seine Weise mit Verlust und Enttäuschung umgeht. Gerade diese Menschlichkeit hat mich beim Lesen immer wieder berührt.

„Es war nicht anders möglich“ ist ein ruhiger, tiefgründiger Roman, der zum Nachdenken anregt und lange nachwirkt. Trotz kleiner Längen überzeugt das Buch durch seine ehrlichen Figuren und seine sensible Sprache. Ich empfehle es allen, die literarische Geschichten mit emotionaler Tiefe mögen und sich gerne Zeit für einen Roman nehmen.