Heftig und genial zugleich

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merkurina Avatar

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Ich war mir nach der Leseprobe nicht sicher, ob mir das Buch zusagen würde, der Anfang mit Playlist und Einschüben hatte etwas Chaotisches, leicht Verwirrendes für mich. Und das düstere Cover sprach mich auch nicht an.
Ich revidiere das alles: Ja, das Cover hebt sich ab von den vielen Feelgood-Covern dieser Tage, es jetzt sich nur aus düsteren Grautönen zusammen wie die Tage, die von Depression gezeichnet sind.
Dann aber das Knallgelb der Schrift, gleich den Gedankenblitzen, mit denen die Icherzählerin das ganze Elend aus Rausch und Verzweiflung durchleuchtet.
Was für ein Wahnsinns-Text ist das denn? Es ist klar, dass das Buch die Meinung der Rezensent:innen total spaltet, dass es Abwehr hervorrufen kann, vermutlich auch triggern kann.

Für mich ist es aber ein Text, der vor Ideenreichtum, Sprach- und Aberwitz, traurigen Pointen und pointiertester Traurigkeit explodiert.
Sprache, die anrennt gegen die riesige Verzweiflung, die sie gleichzeitig ausdrückt.
Das ist Nietzsche und Rap, Himmel und Hölle zugleich, ich bin schwer beeindruckt.