Lost in Berlin

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liniheg Avatar

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Das Buch „Es war nicht anders möglich“ von Svenja Liesau hat mich wirklich begeistert. Schon das Cover hat sofort meine Aufmerksamkeit geweckt – die Gestaltung fällt ins Auge und macht direkt neugierig auf das, was einen im Inneren erwartet.

Worum gehts: Svenja Liesau erzählt die Geschichte von Martina, einer Frau Mitte dreißig, die sich in einer Phase der Orientierungslosigkeit befindet. Arbeitslos und ohne festen Halt treibt sie lost durch das Berliner Nachtleben, bis sie vom Tod ihres Vaters erfährt – ein Mann, den sie kaum kannte. Trotzdem wird genau dieses Ereignis für sie zum emotionalen Wendepunkt in ihrem Leben. Sie beginnt sich mit ihrer Vergangenheit, ihrer Familie und vor allem mit sich selbst auseinanderzusetzen.

Der Roman folgt Martina, die ihr Leben eher erträgt als lebt. Haltlos, müde und innerlich erschöpft und am Ende. Anstatt sich diesem Schmerz direkt zu stellen, flüchtet Martina in lange Nächte. In Alkohol, Gespräche, flüchtige Nähe. Doch genau in diesen Kneipennächten findet Martina halt bei ihren Mitgesellen, eine verlorene Gemeinschaft, die ihr hilft an einen Punkt zu gelangen, an dem Martina anfängt zu fühlen und sich zu hinterfragen, was der Auslöser für all das sein mag.

Der Roman ist intensiv, traurig und gleichzeitig von einer leisen Wärme durchzogen. Er erzählt von Einsamkeit und menschen die auf der Suche nach dem Sinn des Lebens sind.

Ich kann dieses Buch wärmstens empfehlen – besonders für alle, die sich selbst schon einmal verloren gefühlt haben. Denn Svenja Liesau gelingt es, genau dieses Gefühl greifbar zu machen und zu zeigen, dass man damit nicht allein ist.