Rasante Gefühle
In Teil eins von Es war nicht anders möglich begleiten wir die Protagonistin Martina Reimers in ihrem Alkoholabsturz. Die Lesenden sind dabei mitten in der immer wirrer werdenden, springenden Gedankenwelt der Ich-Erzählerin, dabei bleibt es nicht aus, dass auch die eigene Gedanken- sowie Gefühlswelt ordentlich durchgeschüttelt wird.
Wir erfahren, dass Martina vor kurzem ihren eigentlich schon immer abwesenden Vater verloren hat und danach in ein tiefes Loch fällt. Dabei ist ein Wechsel von Selbsgeißelung und Lebensreflexion zu beobachten. Es wird deutlich, wie sehr sie einen besseren Vater gebraucht hätte, insgesamt eine bessere Familiensituation. Ihre Gedanken schreibt sie auch immer wieder als SMS an ihren Vater. Ihre Panikattacken haben den Namen Anita bekommen.
Der rasante Stil, der zu Beginn für die Lesenden fesselnd ist, kann durch aufkommende eigenen Gefühle in der Selbstreflexion auch überfordern. Die vermeintlich leichte Art hat es in sich und wirft immer wieder wichtige Fragen, gesellschaftliche Themen auf.
So verliert das Buch an Leichtigkeit, insbesondere wenn Parallelen zum eigenen Leben gezogen werden können. Dadurch wird es anstrengender zu lesen und ist keine leichte Nachmittagslektüre.
Svenja Liesau gelingt eine besonders plastische Darstellung der Situationen, bei der alle Sinne durch das Lesen angesprochen werden. Dies weckt bei den Lesenden nicht nur echte Bilder sondern es werden echte Emotionen in den Situationen geweckt.
Im zweiten Teil erhalten wir einen kurzen Einblick in die institutionelle gemeinschaftliche Genesung. Doch auch hier wird es immer undurchsichtiger, was Realität und was die verzerrte Wahrnehmung von Martina. Sie weist an einer Stelle selbst in direkter Ansprache die Lesenden darauf hin, das eventuell "nichts stimmt von dem was ich geschrieben habe".
Das Cover mit den von einer Party übrig gebliebenen Luftsballons in einer Deckenecke lässt sich gut mit der Geschichte verbinden. So wirkt auch Martina ein bisschen übriggeblieben. Die Einsicht in die Gefühlswelt einer auf Alkohol hängen gebliebenden Frau, zeigt auf, dass die gesellschaftlich anerkannte Droge Alkohol gar nicht so harmlos ist, wie zu oft dargestellt.
Das Buch ist keine leichte Kost und trägt Selbstreflexionsgefahr mit sich. Trotzdem, oder gerade deshalb spreche ich an dieser Stelle eine Leseempfehlung aus.
Wir erfahren, dass Martina vor kurzem ihren eigentlich schon immer abwesenden Vater verloren hat und danach in ein tiefes Loch fällt. Dabei ist ein Wechsel von Selbsgeißelung und Lebensreflexion zu beobachten. Es wird deutlich, wie sehr sie einen besseren Vater gebraucht hätte, insgesamt eine bessere Familiensituation. Ihre Gedanken schreibt sie auch immer wieder als SMS an ihren Vater. Ihre Panikattacken haben den Namen Anita bekommen.
Der rasante Stil, der zu Beginn für die Lesenden fesselnd ist, kann durch aufkommende eigenen Gefühle in der Selbstreflexion auch überfordern. Die vermeintlich leichte Art hat es in sich und wirft immer wieder wichtige Fragen, gesellschaftliche Themen auf.
So verliert das Buch an Leichtigkeit, insbesondere wenn Parallelen zum eigenen Leben gezogen werden können. Dadurch wird es anstrengender zu lesen und ist keine leichte Nachmittagslektüre.
Svenja Liesau gelingt eine besonders plastische Darstellung der Situationen, bei der alle Sinne durch das Lesen angesprochen werden. Dies weckt bei den Lesenden nicht nur echte Bilder sondern es werden echte Emotionen in den Situationen geweckt.
Im zweiten Teil erhalten wir einen kurzen Einblick in die institutionelle gemeinschaftliche Genesung. Doch auch hier wird es immer undurchsichtiger, was Realität und was die verzerrte Wahrnehmung von Martina. Sie weist an einer Stelle selbst in direkter Ansprache die Lesenden darauf hin, das eventuell "nichts stimmt von dem was ich geschrieben habe".
Das Cover mit den von einer Party übrig gebliebenen Luftsballons in einer Deckenecke lässt sich gut mit der Geschichte verbinden. So wirkt auch Martina ein bisschen übriggeblieben. Die Einsicht in die Gefühlswelt einer auf Alkohol hängen gebliebenden Frau, zeigt auf, dass die gesellschaftlich anerkannte Droge Alkohol gar nicht so harmlos ist, wie zu oft dargestellt.
Das Buch ist keine leichte Kost und trägt Selbstreflexionsgefahr mit sich. Trotzdem, oder gerade deshalb spreche ich an dieser Stelle eine Leseempfehlung aus.