Schwierige Themen authentisch verpackt

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christina19 Avatar

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đź“– Inhalt:
Wie soll man mit dem Tod des eigenen Vaters umgehen – vor allem, wenn es ein Vater war, der nie anwesend gewesen ist und im eigenen Leben somit kaum eine Rolle spielte?
Obwohl sie ihn nur wenig kannte, lässt Martina die Nachricht vom Tod ihres Vaters nicht unberührt. Bei einem Getränk in der Kneipe um die Ecke hofft sie auf Ablenkung. Doch aus einem Getränk werden zwei, drei, vier … . Und aus einem Abend in der Kneipe werden Wochen, in denen sich Martina immer mehr in den Alkohol flüchtet – bis sie sich schließlich der Vergangenheit stellen muss.

đź—Ł Meine Meinung:
In ihrem Debütroman „Es war nicht anders möglich“ schreibt Svenja Liesau über eine Frau, die mit Mitte dreißig ihren Vater verliert. Sie wagt sich damit an ein Thema heran, das emotional sehr belastend sein kann. Für ihre Hauptfigur Martina ist es das auch, obwohl sie zeitlebens keine enge Bindung zu ihm hatte. Sie stürzt sich in lange Kneipennächte, wo sie den unterschiedlichsten Menschen begegnet. Martina lernt deren Lebensgeschichten kennen und versucht damit den eigenen Problemen zu entkommen. Svenja Liesau schildert all das in einer Art und Weise, die authentischer nicht sein könnte: Sie schreibt in Ich-Perspektive, nutzt teils kurze Sätze und erzählt mitunter recht sprunghaft, sodass man das Gefühl hat, geradewegs in den Körper von Martina geschlüpft zu sein und ihre Gedanken mitlesen zu können. Was in der Protagonistin vor sich geht, ist oft voller Ironie und Sarkasmus. Sie liebt Wortspiele und hat gelegentlich absolut irrwitzige Gedankengänge, was den Roman sehr unterhaltsam sowie kurzweilig macht. Während des Lesens konnte ich an keiner Stelle erahnen, worauf Martinas Kneipenabende am Ende hinauslaufen werden. Der Verlauf der Handlung hat mich daher wirklich überrascht. Hier sei angemerkt, dass es eine für den Ausgang der Geschichte entscheidende Textstelle gibt, die ich als grenzwertig empfinde. Zwar halte ich das, was da beschrieben wird, für authentisch, gleichzeitig kann ich mir vorstellen, dass es für bestimmte Personengruppen einen Trigger darstellt. Wer mit belastenden Themen wie Trauma, Tod, Trauer und Sucht nicht gut umgehen kann, sollte den Roman daher mit Vorsicht genießen. Ich selbst habe „Es war nicht anders möglich“ dank der besonderen Erzählweise sehr gerne gelesen.