Trail and Error

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herrfabel Avatar

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Das Debüt von Svenja Lisau „Es war nicht anders möglich“ hätte so toll sein können. Ich bin nicht nur ein großer Fan dieses Covers, sondern auch von der Idee eines Kneipenromans, in dem die Protagonistin nicht nur auf andere Menschen trifft und deren Geschichten erzählt, sondern auch selbst struggelt und nach einem Ausweg sucht - zwischen Schmerz, Düsternis, Sehnsucht und Hoffnung.



„Ich schreibe über dich, um dich loszuwerden. Dich aus meiner Biografie rauszuschreiben. Oder dich für immer an mich zu pressen. Mich endlich in dich reinzutippen. Reinzuhacken. Mir ist erst mal beides recht, wenn ich nur diese Unruhe nicht mehr verspüren muss. Es ist ein Versuch. Trial and error.“



Martinas Vater, den sie gar nicht mal so gut kennt, ist gestorben. Sie blättert durch Bilder, zurückgebliebene Fotos aus dem Leben eines Mannes, in dem kein Platz für sie war. Früh hat er die Familie verlassen und doch wünscht sie’s sich bis heute, dass sie ihn trifft, dass er sie rettet. 

Trotz oder gerade wegen ihrer Arbeits- und Spurlosigkeit versucht die Mitte dreißigjährige Frau in langen, Berliner Nächten wieder Trost und Halt zu finden. Eine neue Familie. Ein Glas nach dem anderen, zwischen Gesprächen, Schlager und wirren Gedanken.



„>Ich möchte mich nicht aufdrängen, aber…< - Ring frei für Klaus’ Lebens-Problem-Monolog (den ich hier ungefiltert wiedergeben werde, da wir alle da mit dranhängen, es hätte jeden von uns treffen können, nur weil ihr zufällig nicht da wart, soll euch nicht vorenthalten werden, welches Leben ganz nah neben euch durch Zeit und Raum torkelt. Ich war nur durch Zufall näher dran als ihr. Aber Klaus lebt neben euch, hört seine Stimme)“



Was sehr rotzig, frech, Berlinerisch und mal anderes begann, nervte mich mit der Zeit wahnsinnig, ähnlich wie diese sprunghaften Wechsel zwischen Gedanken, Einschüben, Vorstellung und Realität. Ich wünschte, ich könnte zu diesem Buch und dem Plot deutlich mehr sagen, aber nach gerade einmal 68 Seiten habe ich diesen Roman genervt und teils verwirrt wieder zur Seite gelegt.