Viel zu krass

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tänja_radi Avatar

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Bevor ich diese Rezension schreibe, habe ich mir den Klappentext des Buches noch einmal ganz genau angeschaut. Demnach geht es im Roman um Martina, die sich mit dem Tod ihres Vaters auseinandersetzt und dadurch sich selbst kennenlernt.

Den Anfang des Romans mochte ich sehr. Er startet mit einer interessanten Playlist, der Auseinandersetzung mit dem Tod des Vaters und sehr viel schwarzem Humor. Danach spielt die Geschichte am Rand der Gesellschaft. Dass es um Alkoholismus gehen würde, habe ich am Anfang noch kommen sehen. (Um nun weiter meine Meinung zu begründen, folgen kleinere Spoiler.) Das erste Mal raus war ich, als es um jegliche körperliche Ausscheidungen ging. Die Themen Kindheitstrauma und Armut kommen dann noch am erwartbarsten daher. Überhaupt nicht erwartet hatte ich, dass es um Psychosen und massiv selbstverletzendes Verhalten geht.

In keinster Weise geht es in diesem Buch um eine Frau, die zu sich selbst findet (vielleicht habe ich das im Klappentext falsch verstanden). Alles dreht sich um jemanden, der heftig psychisch erkrankt. Die Zustände sind so dramatisch, dass der schwarze Humor bei mir gar nicht mehr ankam und ich das Buch nur schockiert gelesen habe. Dieser Roman ist wirklich nur Menschen zu empfehlen, die sich mit der Thematik akute psychische Erkrankung auseinandersetzen wollen. Da ich das nicht erwartet hatte, war der Roman für mich viel zu krass.