„Zwischen Nacht und Abgrund – Martinas taumelnde Suche nach Wahrheit und Wärme“
Dieser Debütroman von Svenja Liesau ist kein sanfter Einstieg, sondern ein Sturz – hinein in eine Welt, die zugleich nach Bier, Sehnsucht und verlorenen Möglichkeiten riecht.
Martina, eine Frau in der Schwebe, treibt durch ein Berliner Leben zwischen Nacht und Nüchternheit, zwischen Selbstflucht und verzweifelter Selbstsuche. Der Tod des Vaters wirkt dabei weniger wie ein Ende als vielmehr wie ein Riss, durch den alles Verdrängte nach oben drängt. In Briefen an ihn spricht sie, tastend und tobend zugleich, und genau hier entfaltet der Roman seine größte Kraft: in einer Sprache, die zärtlich streichelt und im nächsten Moment schneidend entblößt.
Wie in einem düsteren Märchen wandert Martina durch Kneipen, die zu Zwischenreichen werden – bevölkert von gestrandeten Seelen, nächtlichen Philosophen und verlorenen Gewinnern. Diese Orte wirken wie magische Schwellen: zwischen Wirklichkeit und Abgrund, zwischen Trost und Selbstzerstörung. Berlin erscheint dabei nicht nur als Kulisse, sondern als lebendiges, atmendes Wesen – rau, flirrend, erbarmungslos ehrlich.
Der Ton ist radikal: schnell, derb, manchmal obszön, oft von schwarzem Humor durchzogen. Man liest atemlos, als würde man mit überhöhter Geschwindigkeit durch seelische Landschaften rasen, in denen Schmerz, Wut und eine leise, kaum greifbare Hoffnung miteinander ringen. Dabei scheut Liesau nicht davor zurück, dorthin zu gehen, wo es weh tut – in die dunklen Kammern von Verlustangst, familiären Wunden und verdrängten Traumata.
Und doch liegt in all der Finsternis etwas beinahe Märchenhaftes: ein flackerndes Licht, das sich nicht löschen lässt. Es ist die Suche nach Nähe, nach Wahrheit, nach einem Ort, an dem man bleiben darf – oder wenigstens kurz ankommen kann.
Dieser Roman ist nicht bequem. Er fordert, verstört und berührt zugleich. Er lässt Distanz und Nähe nebeneinander bestehen, zwingt zur Auseinandersetzung und bleibt im Gedächtnis. Wer sich darauf einlässt, blickt in einen Abgrund – und entdeckt darin, ganz unerwartet, einen Funken Menschlichkeit.
Martina, eine Frau in der Schwebe, treibt durch ein Berliner Leben zwischen Nacht und Nüchternheit, zwischen Selbstflucht und verzweifelter Selbstsuche. Der Tod des Vaters wirkt dabei weniger wie ein Ende als vielmehr wie ein Riss, durch den alles Verdrängte nach oben drängt. In Briefen an ihn spricht sie, tastend und tobend zugleich, und genau hier entfaltet der Roman seine größte Kraft: in einer Sprache, die zärtlich streichelt und im nächsten Moment schneidend entblößt.
Wie in einem düsteren Märchen wandert Martina durch Kneipen, die zu Zwischenreichen werden – bevölkert von gestrandeten Seelen, nächtlichen Philosophen und verlorenen Gewinnern. Diese Orte wirken wie magische Schwellen: zwischen Wirklichkeit und Abgrund, zwischen Trost und Selbstzerstörung. Berlin erscheint dabei nicht nur als Kulisse, sondern als lebendiges, atmendes Wesen – rau, flirrend, erbarmungslos ehrlich.
Der Ton ist radikal: schnell, derb, manchmal obszön, oft von schwarzem Humor durchzogen. Man liest atemlos, als würde man mit überhöhter Geschwindigkeit durch seelische Landschaften rasen, in denen Schmerz, Wut und eine leise, kaum greifbare Hoffnung miteinander ringen. Dabei scheut Liesau nicht davor zurück, dorthin zu gehen, wo es weh tut – in die dunklen Kammern von Verlustangst, familiären Wunden und verdrängten Traumata.
Und doch liegt in all der Finsternis etwas beinahe Märchenhaftes: ein flackerndes Licht, das sich nicht löschen lässt. Es ist die Suche nach Nähe, nach Wahrheit, nach einem Ort, an dem man bleiben darf – oder wenigstens kurz ankommen kann.
Dieser Roman ist nicht bequem. Er fordert, verstört und berührt zugleich. Er lässt Distanz und Nähe nebeneinander bestehen, zwingt zur Auseinandersetzung und bleibt im Gedächtnis. Wer sich darauf einlässt, blickt in einen Abgrund – und entdeckt darin, ganz unerwartet, einen Funken Menschlichkeit.