Das Ende erhält seinen Anfang

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drachenzahn Avatar

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Diesen Band habe ich mit großer Freude erwartet, da ich bereits die Vorgänger regelrecht verschlungen hatte. Und auch wenn es mir anfangs schwerfiel, mich in diese neue Welt einzufühlen, so konnte mich dieser Abschluss dennoch sehr überzeugen. Viele Handlungsstränge erhielten erst hier einen sinnvollen Rahmen und passten besser ins Gesamtbild. Die Handlung war durchweg spannend und der Humor lockerte die Horrorelemente auf.

Was mich ein wenig störte ist, dass sich die Geschichte gerade zu Beginn etwas losgelöst von den anderen Bänden fühlten. Während diese eher die düstere Märchenwelt adaptierten und von dem Zusammenspiel der Charaktere lebten, begann dieser letzte Band mit der mythologischen Götterwelt, mit dem Anfang des Endes. Dass Rains Wunsch sie an diesen Punkt brachte, hat nicht nur sie, sondern auch mich sehr überrascht. Prinzipiell fand ich diese Wendung clever, doch da Rain (zunächst) völlig allein in dieser Welt zurechtkommen musste, fehlte mir das Zusammenspiel mit den anderen lieb gewonnenen Charakteren und die witzigen Dialoge.

Erst nach dem ersten Viertel fühlte ich mich wieder in diese Welt wirklich hineingezogen, vor allem natürlich auch, weil dann alte Bekannte wieder auftauchten. An sich ist die Geschichte clever gestrickt, viele lose Enden werden sinnvoll aufgegriffen und zu einem stimmigen Gesamtbild zusammengeführt. Die Spannung bleibt konstant hoch, und der für die Reihe typische feine Humor sorgt dafür, dass auch die düsteren Horrorelemente nie zu erdrückend werden.

Ein gelungener Abschluss einer atmosphärisch dichten Trilogie, die mit originellen Wendungen, viel Herz und einem klugen Zusammenspiel von Horror, Märchen und Mythologie punktet. Trotz kleiner Startschwierigkeiten ein würdiger letzter Band!