Die Liebe einer Mutter zu ihrem Kind
Ich hatte die große Freude, Vea Kaiser auf einer Veranstaltung der Frankfurter Buchmesse kennenlernen zu dürfen. Sie hat mich so neugierig auf ihren Roman gemacht, dass ich einfach nicht widerstehen konnte.
Angelika Moser arbeitet in der Buchhaltung eines Grandhotels in Wien. Sie ist eine echte Partymaus, macht die Nacht zum Tag, und ihr Job entführt sie tagsüber in eine völlig andere Welt. Als ihr Chef sie bittet, ihm bei der Rettung des Hotels zu helfen, sieht Angelika ihre Chance auf einen beruflichen Aufstieg gekommen. Mit Fleiß, Einfallsreichtum und Engagement arbeitet sie sich bis zur Abteilungsleiterin hoch. Privat hingegen ist sie als alleinerziehende Mutter ständig knapp bei Kasse und weiß oft nicht, wie sie ihrem Kind geben soll, was es braucht. So beginnt sie schließlich, Rechnungen zu manipulieren und Geld auf ihr eigenes Konto zu transferieren. Erst Jahre später kommt ihr Tun ans Licht.
Vea Kaiser erzählt nach einer wahren Begebenheit von einer Mutter, die wie eine Löwin für ihr Kind kämpft und sich nimmt, was sie eines Tages zurückgeben will, um ihrem Kind und sich selbst ein besseres Leben ermöglichen zu können.
Die Figuren sind gut gezeichnet, wirken facettenreich und entwickeln sich im Laufe des Romans weiter. Auch ernste Themen wie Demenz oder die Wohnverhältnisse in Wien werden angesprochen, was eine stimmige Mischung ergibt und einen guten Gegenpol zum humorvollen Ton des Romans bildet.
Der Roman gliedert sich in drei Akte sowie Prolog und Epilog. Mehrere Einschübe finden sich ebenfalls, in denen die Autorin selbst zu Wort kommt, von ihren Besuchen im Gefängnis erzählt und Einblicke in ihre Recherchen gibt.
Die Geschichte ist sehr authentisch geschildert und hält sich größtenteils an die Fakten des wahren Falls. Die Wiener Lebensart und das spezifische Flair transportiert Kaiser hervorragend; ein kleines Wiener Wörterbuch im Anhang unterstützt zusätzlich. Der Schreibstil ist humorvoll und lebendig, lediglich mit den ersten rund 100 Seiten hatte ich etwas Schwierigkeiten – hier hätte man meiner Meinung nach etwas straffen können. Man erfährt viel über das Leben in Wien in den 80er- und 90er-Jahren, aber auch darüber, wie es auf dem berühmten Opernball tatsächlich zugeht.
Für mich war es der erste Roman von Vea Kaiser, aber sicherlich nicht der letzte, denn gerade durch ihre Authentizität hat die Autorin mich überzeugt.
8/10 P.
Angelika Moser arbeitet in der Buchhaltung eines Grandhotels in Wien. Sie ist eine echte Partymaus, macht die Nacht zum Tag, und ihr Job entführt sie tagsüber in eine völlig andere Welt. Als ihr Chef sie bittet, ihm bei der Rettung des Hotels zu helfen, sieht Angelika ihre Chance auf einen beruflichen Aufstieg gekommen. Mit Fleiß, Einfallsreichtum und Engagement arbeitet sie sich bis zur Abteilungsleiterin hoch. Privat hingegen ist sie als alleinerziehende Mutter ständig knapp bei Kasse und weiß oft nicht, wie sie ihrem Kind geben soll, was es braucht. So beginnt sie schließlich, Rechnungen zu manipulieren und Geld auf ihr eigenes Konto zu transferieren. Erst Jahre später kommt ihr Tun ans Licht.
Vea Kaiser erzählt nach einer wahren Begebenheit von einer Mutter, die wie eine Löwin für ihr Kind kämpft und sich nimmt, was sie eines Tages zurückgeben will, um ihrem Kind und sich selbst ein besseres Leben ermöglichen zu können.
Die Figuren sind gut gezeichnet, wirken facettenreich und entwickeln sich im Laufe des Romans weiter. Auch ernste Themen wie Demenz oder die Wohnverhältnisse in Wien werden angesprochen, was eine stimmige Mischung ergibt und einen guten Gegenpol zum humorvollen Ton des Romans bildet.
Der Roman gliedert sich in drei Akte sowie Prolog und Epilog. Mehrere Einschübe finden sich ebenfalls, in denen die Autorin selbst zu Wort kommt, von ihren Besuchen im Gefängnis erzählt und Einblicke in ihre Recherchen gibt.
Die Geschichte ist sehr authentisch geschildert und hält sich größtenteils an die Fakten des wahren Falls. Die Wiener Lebensart und das spezifische Flair transportiert Kaiser hervorragend; ein kleines Wiener Wörterbuch im Anhang unterstützt zusätzlich. Der Schreibstil ist humorvoll und lebendig, lediglich mit den ersten rund 100 Seiten hatte ich etwas Schwierigkeiten – hier hätte man meiner Meinung nach etwas straffen können. Man erfährt viel über das Leben in Wien in den 80er- und 90er-Jahren, aber auch darüber, wie es auf dem berühmten Opernball tatsächlich zugeht.
Für mich war es der erste Roman von Vea Kaiser, aber sicherlich nicht der letzte, denn gerade durch ihre Authentizität hat die Autorin mich überzeugt.
8/10 P.