Lockerleicht

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Der Roman „Fake Date Me. Neun Hochzeiten zum Verlieben“ ist genau das, was der Klappentext verspricht: eine lockerleichte Romcom mit Witz, viel Tempo und kreativen Einfällen.

Im Mittelpunkt steht Lily, die sich in einem Hochzeitsmarathon wiederfindet. Während ihre Freund:innen als reiche Erben von Event zu Event jetten, kämpft sie mit ihrem im Vergleich knappen Gehalt in München und versucht, irgendwie mitzuhalten. Durch die immer wieder eingestreuten, ironisch kommentierten Kostenaufstellungen nach den einzelnen Hochzeiten wird schnell deutlich, wie absurd die Kosten der Hochzeiten eigentlich sind. Das hat mich ein bisschen an die Shopaholic-Reihe von Sophie Kinsella erinnert und war für mich eines der unterhaltsamsten Elemente des Romans.

Als Lily auf Thomas von Sternenfels trifft, der nach einem öffentlichen Beziehungsskandal dringend eine Begleitung für die anstehenden Hochzeiten braucht, stellen sie Regeln für ihre vorgetäuschte Beziehung auf. Die Fake-Dating-Prämisse funktioniert hier wunderbar: Die Dynamik zwischen den beiden ist lebendig, die Dialoge sind spritzig, und natürlich stellt sich schnell die Frage, ob aus dem Deal nicht doch echte Gefühle entstehen.

Besonders gefallen hat mir, dass Lily als Figur trotz aller chaotischen Umstände eigenständig bleibt. Sie ist sympathisch, manchmal etwas überfordert, aber immer nahbar und authentisch. Auch die Hochzeitssettings sorgen für viel Abwechslung. Inhaltlich erfindet der Roman das Genre zwar nicht neu, bewegt sich aber sehr sicher innerhalb der bekannten Romcom-Strukturen. Wer überraschende Wendungen sucht, wird sie hier eher weniger finden, dafür aber eine Geschichte, die einfach Spaß macht und sich sehr flüssig liest.