Götterfehde trifft College-Düsterkeit: Wenn Mythen keine Märchen sind
Die LP hat mich ehrlich gesagt ziemlich schnell gepackt, obwohl ich bei gehypten Fantasy-Geschichten ja von Haus aus erst einmal skeptisch die Augenbraue hochziehe. Aber dieser Ansatz, die nordische Mythologie nicht brav in verstaubten Folianten verrotten zu lassen, sondern mitten in eine moderne, fast schon klaustrophobische Kulisse an eine abgelegene Universität zu pflanzen, hat richtig Zug. Die ganze Atmosphäre an dieser Endir-Universität – schwarzer Stein aus uralten Zeiten, kalter Wind, dunkle Seen und Runen, die warnend aus dem Pflaster starren – zieht einen sofort hinein. Das hat diese herrlich raue, ungeschliffene Stimmung, bei der man die Kälte und den Regen förmlich auf der eigenen Haut kribbeln spürt.
Was mir an Rey richtig gut gefällt: Sie ist kein naives Mauerblümchen, das stolpernd darauf wartet, von irgendeinem strahlenden Helden gerettet zu werden. Sie ist verbittert, voller innerer Narben und schleppt das schwere Erbe einer gnadenlosen Familie mit sich herum, schlägt sich aber mit einer bissigen, fast schon sturen Härte durch. Die giftigen, schlagfertigen Wortgefechte mit Reeve auf dem Campus machen einfach Laune und bringen genau das richtige Maß an schwarzem Humor hinein, damit das Ganze nicht in bodenloser Trübsinnigkeit absäuft. Auch dieser zynische Patriarch Odin, der im Maßanzug und mit finsteren Runen auf den Fingern seine eigenen Kinder wie Schachfiguren auf das Brett knallt, ist herrlich perfide gezeichnet.
Wo ich allerdings noch ein bisschen vorsichtig bleibe, ist diese unvermeidliche Dynamik zwischen Rey und Aric. Bei diesem ganzen „Hassliebe zwischen verfeindeten Sippen“-Thema mit bedeutungsschweren Blicken aus dem Fenster und dramatischen Vorahnungen besteht natürlich immer die Gefahr, dass es irgendwann in das übliche Romantasy-Schmachtfetzen-Schema abrutscht. Wenn am Ende vor lauter schmachtendem Seelenschmerz der eigentliche mythologische Konflikt und der Schauder auf der Strecke bleiben würden, wäre das verdammt schade.
Trotzdem überwiegt hier ganz klar die Neugier. Ich erwarte von dem Buch ein düsteres, nervenaufreibendes Katz-und-Maus-Spiel, bei dem die Grenzen zwischen Schuld, Loyalität und eigener Freiheit ordentlich verschwimmen. Wer auf alte Göttermythen mit Ecken und Kanten steht und Geschichten mag, in denen die Figuren nicht mit Samthandschuhen angefasst werden, der wird hier definitiv auf seine Kosten kommen. Ich würde mich am liebsten mit einer heißen Schokolade und einer dicken Decke aufs Sofa verkrümeln und am Stück weiterlesen, um herauszufinden, wer den Hammer zuerst in die Finger bekommt.
Was mir an Rey richtig gut gefällt: Sie ist kein naives Mauerblümchen, das stolpernd darauf wartet, von irgendeinem strahlenden Helden gerettet zu werden. Sie ist verbittert, voller innerer Narben und schleppt das schwere Erbe einer gnadenlosen Familie mit sich herum, schlägt sich aber mit einer bissigen, fast schon sturen Härte durch. Die giftigen, schlagfertigen Wortgefechte mit Reeve auf dem Campus machen einfach Laune und bringen genau das richtige Maß an schwarzem Humor hinein, damit das Ganze nicht in bodenloser Trübsinnigkeit absäuft. Auch dieser zynische Patriarch Odin, der im Maßanzug und mit finsteren Runen auf den Fingern seine eigenen Kinder wie Schachfiguren auf das Brett knallt, ist herrlich perfide gezeichnet.
Wo ich allerdings noch ein bisschen vorsichtig bleibe, ist diese unvermeidliche Dynamik zwischen Rey und Aric. Bei diesem ganzen „Hassliebe zwischen verfeindeten Sippen“-Thema mit bedeutungsschweren Blicken aus dem Fenster und dramatischen Vorahnungen besteht natürlich immer die Gefahr, dass es irgendwann in das übliche Romantasy-Schmachtfetzen-Schema abrutscht. Wenn am Ende vor lauter schmachtendem Seelenschmerz der eigentliche mythologische Konflikt und der Schauder auf der Strecke bleiben würden, wäre das verdammt schade.
Trotzdem überwiegt hier ganz klar die Neugier. Ich erwarte von dem Buch ein düsteres, nervenaufreibendes Katz-und-Maus-Spiel, bei dem die Grenzen zwischen Schuld, Loyalität und eigener Freiheit ordentlich verschwimmen. Wer auf alte Göttermythen mit Ecken und Kanten steht und Geschichten mag, in denen die Figuren nicht mit Samthandschuhen angefasst werden, der wird hier definitiv auf seine Kosten kommen. Ich würde mich am liebsten mit einer heißen Schokolade und einer dicken Decke aufs Sofa verkrümeln und am Stück weiterlesen, um herauszufinden, wer den Hammer zuerst in die Finger bekommt.