Götter-Romantasy mit Hürden

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falkenberg1989 Avatar

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Cover und Gestaltung
Das Cover ist optisch wirklich gelungen. Die düstere, mythologisch angehauchte Gestaltung strahlt sofort Macht und Geheimnisse aus und weckt große Erwartungen an ein episches Urban-Fantasy-Abenteuer.

​Thema, Umsetzung und Verständnis
Die Grundidee – eine Welt voller göttlicher Verstrickungen, alter Mächte und verbotener Gefühle – hat eigentlich extrem viel Potenzial. Leider zieht sich für mich persönlich das größte Problem durch die gesamte Umsetzung: Ich bin schlichtweg nicht richtig in die Geschichte hineingekommen. Mir hat es von Beginn an massiv an Hintergrundwissen gefehlt, wodurch der Einstieg sehr verwirrend war. Man wird förmlich in das Geschehen hineingeworfen, ohne dass Zusammenhänge, Regeln der Welt oder die Vorgeschichten der Charaktere verständlich erklärt werden. Viele wichtige Zusammenhänge begreift man dadurch erst viel zu spät im Buch oder bleibt stellenweise komplett ratlos zurück.

​Schreibstil und Figuren
Der Schreibstil von Rachel Van Dyken ist an sich flüssig und lässt sich dynamisch lesen. Sie versteht es, emotionale Momente und Spannung zu erzeugen. Allerdings leidet auch das Mitfühlen mit den Figuren unter dem fehlenden Weltaufbau. Die Charaktere wirken in vielen Situationen zwar lebendig, doch weil ihre Beweggründe und der mythologische Kontext lange im Dunkeln bleiben, konnte ich mich nicht richtig in sie hineinversetzen oder eine echte emotionale Bindung zu ihnen aufbauen.

​Warum das Buch für mich interessant war
Da ich Rachel Van Dyken als Autorin schätze und mythologische Romantasy genau mein Genre ist, war ich sehr neugierig auf das Buch. Wer andere Werke von ihr kennt, weiß, dass sie emotionale Beziehungsdynamiken hervorragend schreiben kann. Umso bedauerlicher ist es, dass die komplexe Götterwelt hier nicht zugänglicher aufbereitet wurde.

​Fazit und Empfehlung
Ich vergebe für „Fallen Gods“ 2 von 5 Sternen. Für Fans von Rachel Van Dyken und Leser*innen, die kein Problem damit haben, ohne große Erklärungen mitten in eine verworrene Götterwelt geworfen zu werden, ist das Buch durchaus einen Blick wert. Wer allerdings Wert auf einen klaren Weltenaufbau und gut nachvollziehbare Hintergründe von Beginn an legt, könnte sich hier – genau wie ich – schwer tun.