Leider nicht so überzeugend…

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xayleenx Avatar

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Schon das Cover hat mich auf Anhieb angesprochen, und auch der Klappentext klang nach einer Geschichte, die mich neugierig gemacht hat. Umso gespannter war ich darauf, in die Handlung einzutauchen. Leider musste ich beim Lesen feststellen, dass mich die Geschichte insgesamt deutlich weniger abholen konnte, als ich zunächst gehofft hatte.

Zunächst möchte ich positiv hervorheben, dass mir der Schreibstil der Autorin wirklich gut gefallen hat. Er liest sich angenehm und flüssig, sodass ich sprachlich grundsätzlich nichts auszusetzen hatte. Umso bedauerlicher fand ich es, dass dieser positive Eindruck für mich nicht ausgereicht hat, um über die Schwierigkeiten hinwegzusehen, die ich mit der Handlung und dem Aufbau der Geschichte hatte.

Besonders schwer fiel es mir, einen Zugang zur Liebesgeschichte zwischen Rey und Aric zu finden. Leider konnte ich zwischen den beiden keine wirkliche Verbindung spüren und habe mich beim Lesen immer wieder gefragt, was sie eigentlich so besonders aneinander finden. Für mich war nicht ausreichend nachvollziehbar, wie sich ihre Gefühle füreinander entwickeln und wodurch ihre Beziehung getragen wird. Dadurch fehlte mir die emotionale Bindung zu den beiden Figuren, die für mich bei einer Liebesgeschichte besonders wichtig ist. Auch die Spannung zwischen ihnen, die sogenannte Tension, wollte sich für mich nicht wirklich aufbauen. Stattdessen hatte ich häufig das Gefühl, dass die Geschichte bestimmte Entwicklungen zu schnell vorantreibt, ohne ihnen genügend Raum zu geben, damit ich als Leserin emotional mitgehen kann.

Eine weitere große Herausforderung war für mich die Familiendynamik in Verbindung mit der nordischen Mythologie. Ich hatte während des Lesens immer wieder das Gefühl, dass mir wichtiges Hintergrundwissen fehlt, um die Zusammenhänge richtig zu verstehen und die Ereignisse einordnen zu können. Gerade zu Beginn fiel es mir deshalb sehr schwer, in die Geschichte hineinzufinden. Es wurden Zusammenhänge und Informationen vorausgesetzt, bei denen ich mir nicht sicher war, ob ich sie bereits kennen sollte. Dadurch entstand bei mir der Eindruck, als würde ich mitten in eine Geschichte geworfen, deren Hintergründe ich eigentlich schon kennen müsste.

Da die Autorin auch andere Buchreihen geschrieben hat, habe ich mich im Laufe des Lesens tatsächlich gefragt, ob mir möglicherweise Vorwissen aus anderen Büchern fehlt und ob ich diese hätte vorher lesen müssen. Ob das tatsächlich notwendig gewesen wäre, kann ich nicht beurteilen. Allerdings hätte ich mir gewünscht, dass die relevanten Hintergründe innerhalb der Geschichte verständlicher vermittelt werden, sodass auch Leserinnen und Leser, die nicht mit sämtlichen Zusammenhängen vertraut sind, problemlos folgen können. Für mich war es schwierig, zwischen den vielen Informationen, familiären Verbindungen und mythologischen Bezügen einen roten Faden zu finden. Dabei hatte ich nicht unbedingt das Gefühl, dass sich meine offenen Fragen im weiteren Verlauf auf eine Weise klären würden, die mir das Lesen erleichtert.

Besonders irritiert hat mich in diesem Zusammenhang eine frühe Szene, in der Rey zunächst erklärt, dass sie sich mit nordischer Mythologie nicht wirklich auskennt, kurz darauf jedoch ausführlich auf Geschichten rund um Odin und Thor eingeht. Die Menge und Genauigkeit der Informationen standen für mich in diesem Moment in einem gewissen Widerspruch zu ihrer vorherigen Aussage. Ich selbst verfüge zwar über ein gewisses Grundwissen zur nordischen Mythologie, würde mich aber keineswegs als Expertin bezeichnen. Gerade deshalb fiel mir diese Diskrepanz auf. Für mich passte die Darstellung in dieser Szene nicht ganz zusammen und sie hat zusätzlich dazu beigetragen, dass ich Schwierigkeiten hatte, mich in die Gedankenwelt der Figur hineinzuversetzen.

Insgesamt hatte ich beim Lesen häufig das Gefühl, dass in der Geschichte viele interessante Ideen stecken, deren Umsetzung mich jedoch nicht vollständig überzeugen konnte. Manche Entwicklungen wirkten auf mich zu schnell, während andere Aspekte für mein Empfinden nicht ausreichend erklärt wurden. Auch das Geheimnisvolle rund um bestimmte Ereignisse und Zusammenhänge konnte bei mir nicht die gewünschte Neugier erzeugen. Statt Spannung aufzubauen, führte es eher dazu, dass ich mich zunehmend schwer damit tat, der Handlung zu folgen und eine Verbindung zu den Figuren aufzubauen. Ich hätte mir gewünscht, dass die Geschichte an manchen Stellen mehr Zeit bekommt, ihre Figuren, Beziehungen und Hintergründe zu entfalten, anstatt so viele Dinge auf einmal anzustoßen.

Leider wurde das Lesen für mich dadurch zunehmend anstrengend. Obwohl mir der Schreibstil weiterhin gefallen hat, fehlte mir auf inhaltlicher Ebene der Zugang zur Geschichte. Ich konnte weder mit der Liebesgeschichte richtig warm werden noch die Handlung so erleben, wie ich es mir nach dem interessanten Klappentext erhofft hatte. Letztendlich war ich deshalb vor allem erleichtert, als ich das Buch beendet hatte.