Nordische Götter, Academy-Vibes und jede Menge Knistern

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gletscherwoelfchen Avatar

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Mit "Fallen Gods" verbindet Rachel Van Dyken nordische Mythologie mit einem Academy Setting - eine Kombination, die mich sehr neugierig gemacht hat. Die Vorstellung, mythologische Elemente in eine akademische Umgebung einzubetten, bietet grundsätzlich viel Potenzial. In der Umsetzung hat das Buch für mich durchaus seine Stärken, schöpft aber nicht alle Möglichkeiten aus, die diese Ausgangsidee mit sich bringt.

Mein größter Kritikpunkt ist das Worldbuilding. Wer sich bereits mit nordischer Mythologie auskennt, dürfte sich vermutlich leichter in der Geschichte zurechtfinden. Ohne entsprechendes Vorwissen fand ich es dagegen stellenweise etwas schwierig, die Hintergründe und Zusammenhänge richtig einzuordnen. Es fehlen mir ausführlichere Erklärungen, die bestimmte Aspekte verständlicher machen und der Welt mehr Tiefe verleihen. Dadurch bleibt das Worldbuilding insgesamt eher oberflächlich, obwohl gerade die mythologische Grundlage einiges hergegeben hätte. Und auf knapp 450 Seiten wäre durchaus auch genug Raum für eine intensivere Einarbeitung gewesen. Ich hätte mir so sehr gewünscht, dass die Autorin stärker auf die Hintergründe eingegangen wäre.

Dafür funktioniert die Dynamik zwischen den Figuren wirklich gut. Der Enemies-to-Lovers-Trope wird solide umgesetzt und sorgt für genügend Spannung und ebenso viel Knistern zwischen den Zeilen. Die emotionale Tiefe hätte für meinen Geschmack zwar etwas ausgeprägter sein dürfen, doch zwischen den Figuren stimmte durchaus die Chemie. Es knistert, die gegenseitige Anziehung sorgt für interessante Momente und man möchte wissen, wie sich ihre Beziehung weiterentwickelt. Gerade dieses Wechselspiel aus Spannung und Anziehung ist eine der Stärken des Buches.

Insgesamt ist "Fallen Gods" für mich eine solide Fantasygeschichte, die vor allem mit ihrer Kombination aus nordischer Mythologie, Academy Setting und romantischer Spannung punkten kann. Wer sich eine besonders tiefgründige Ausarbeitung der mythologischen Welt wünscht, könnte allerdings enttäuscht werden. Wer dagegen gerne Geschichten mit guter Enemies-to-Lovers-Dynamik, viel Knistern und einem mythologischen Hintergrund liest und sich nicht daran stört, dass einige Zusammenhänge eher knapp bleiben, könnte das Buch durchaus mögen.
3,5/5 Sterne