Nordische Seifenblase

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mallory90 Avatar

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Die Romantasy der New-York-Times-Bestsellerautorin Rachel van Dyken mit dem Titel „Fallen Gods“ hat mich ziemlich enttäuscht zurückgelassen, aber kommen wir erst einmal zum Positiven.

Gut gefallen haben mir auf jeden Fall die gewählte Thematik und der vielversprechende Klappentext, in der die Tochter eines Gottes und ein noch schlafender Riese aufeinandertreffen und miteinander auskommen müssen, obwohl Feindschaft, Misstrauen und Schmerz aus vergangenen Tagen sie verbinden. Die Grundidee des Buches fand ich auch eigentlich ziemlich spannend: Götter und Riesen – in sterblichen Körpern gefangen –, ein geheimnisvolles Universitätssetting und Thors Hammer Mjölnir, der den Schlüssel zu wahrer Macht darstellen soll.

So weit so gut, klang das für mich doch nach einer Welt, in der es um nordische Mythologie, düstere Geheimnisse und Intrigen gehen soll, doch die Umsetzung hat für mich so gar nicht funktioniert. Insgesamt fehlte mir in der Geschichte das Worldbuilding und die Tiefe, die es meiner Meinung nach definitiv haben sollte und könnte. Die Welt hatte für mich eindeutig zu wenig Substanz, zu wenig Beschreibung und eben Tiefe, die mich in sie hätte ziehen und gefangen halten sollen.
Ein weiterer Punkt, der mir nicht so gefallen hat, war, dass ich viel mehr über die Mythologie, die Hintergründe und die Geheimnisse hätte wissen wollen, aber nicht und nicht bekam. Vieles blieb einfach oberflächlich und nicht „merk“-würdig.
Desweiteren bin ich leider auch mit den Charakteren Rey und Aric und diversen Neben- und Randfiguren nicht wirklich warm geworden. Ihre Beweggründe, ihre Interessen und Wünsche waren mir bis zum Ende des Buches eigentlich egal und, ob sie Schmerz, Leid, Versöhnung oder Liebe erfahren durften, war mir einerlei und konnte mich bis zuletzt nicht wirklich für sie einnehmen. Dabei hätte die Dynamik zwischen den beiden Hauptprotagonisten im Grunde so viel mehr hergeben können.
Ein letzter abschließender negativer Punkt war für mich die Gestaltung des Buches. Abgesehen von einer schönen metallic-glänzenden Schriftart hat das Buch nichts optisch für mich Ansprechendes oder gar Passendes. Der Farbschnitt, abgesehen davon, dass es einen gab, wirkt auch eher nach vergilbtem Papier in komischer Wellenoptik, die für mich nicht dazupasst.

Fazit: Die Thematik könnte Nordische-Mythologie-Liebhaber ohne viel Erwartung schon ansprechen, aber wenn sie Tiefe, Worldbuilding oder nahbare und nachvollziehbare Gefühle erleben wollen, würde ich ihnen von diesem Werk eher abraten. Die nächsten Teile der angeblich sensationellen Romantasy-Serie werde ich in keinem Fall lesen!