Zwischen dunklen Göttern und großen Erwartungen

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chaosbunny Avatar

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Zwischen dunklen Göttern und großen Erwartungen

~ Fallen Gods von Rachel Van Dyken ~


Manchmal gibt es Geschichten, die einen mit düsterer Atmosphäre und einer faszinierenden Grundidee sofort neugierig machen. Fallen Gods war für mich genau so ein Buch. Nordische Mythologie, vergessene Götter, mächtige Riesen und eine geheimnisvolle Universität voller dunkler Geheimnisse. Das klang ganz nach meinem Geschmack. Leider blieb am Ende das Gefühl, dass deutlich mehr Potenzial in dieser Geschichte steckt.

Besonders angesprochen hat mich die Idee von Göttern und Riesen, die in sterblichen Körpern gefangen sind und ihre Erinnerungen sowie Kräfte verloren haben. Zusammen mit dem geheimnisvollen Academy-Setting bietet das eine spannende Grundlage. Ich liebe es, wenn alte Legenden mit modernen Elementen verbunden werden. Umso mehr hätte ich mir gewünscht, dass die Autorin diese faszinierende Welt stärker ausschöpft. Das Worldbuilding blieb für mich stellenweise zu oberflächlich und gerade die nordische Mythologie, die Kräfte der Götter und ihre Vergangenheit hätten mehr Tiefe verdient.

Auch Rey hätte ich gerne noch besser kennengelernt. Sie ist eine eigenwillige Protagonistin, die sich behaupten kann. Dennoch fehlte mir manchmal der tiefere Einblick in ihre Gedanken, Fähigkeiten und persönliche Entwicklung. Gerade bei ihrer schwierigen Beziehung zu Odin hätte ich mir mehr emotionale Tiefe gewünscht.

Aric hingegen bringt alles mit, was man von einem geheimnisvollen New-Adult-Protagonisten erwartet: dunkle Haare, eine markante Stimme und eine gewisse gefährliche Ausstrahlung. Die Dynamik zwischen ihm und Rey hat mir gut gefallen. Ihre gegensätzlichen Seiten, das Misstrauen und die Enemies-to-Lovers-Elemente sorgen für einige knisternde Momente.

Allerdings entwickelt sich ihre Anziehung für meinen Geschmack etwas zu schnell. Da die Handlung innerhalb eines recht kurzen Zeitraums spielt, fehlte mir stellenweise die Zeit, die Gefühle und ihre Entwicklung wirklich nachzuvollziehen. Ich hätte mir mehr Geduld und emotionale Zwischentöne gewünscht.

Der Schreibstil ist modern, flüssig und angenehm leicht zu lesen. Die wechselnden Perspektiven ermöglichen Einblicke in beide Figuren und auch die humorvollen Dialoge lockern die düstere Atmosphäre auf. Gleichzeitig passiert unglaublich viel: Geheimnisse werden angedeutet, Konflikte aufgebaut und manche Wendungen wirken etwas überstürzt. Dadurch fehlte mir gelegentlich die Möglichkeit, die Welt und ihre Zusammenhänge wirklich auf mich wirken zu lassen.

Trotz dieser Kritikpunkte hatte ich Spaß beim Lesen. Die Grundidee hat mich neugierig gemacht, die Romance konnte mich unterhalten und die vielen offenen Fragen wecken durchaus Interesse an der Fortsetzung.

Fazit:

Fallen Gods ist ein düsterer Romantasy-Auftakt mit einer faszinierenden Grundidee, nordischer Mythologie und einer knisternden Enemies-to-Lovers-Romanze. Besonders die Dynamik zwischen Rey und Aric hat mir gefallen. Leider bleiben das Worldbuilding und einige Charakterentwicklungen hinter meinen Erwartungen zurück. Die Handlung wirkt stellenweise überladen und manche Entwicklungen hätten mehr Zeit und Tiefe verdient.

Dennoch möchte ich die Geschichte nicht abschreiben. Unter den vielen Geheimnissen steckt durchaus Potenzial, und ich bin neugierig, wie es weitergeht. Für mich ein unterhaltsamer Auftakt, der leider nicht alles aus seiner spannenden Idee herausholt.

3,5 von 5 Sternen 🌑

Kurzmeinung: Eine düstere Romantasy mit faszinierender Idee, knisternder Romance und nordischen Göttern, deren Welt leider zu oberflächlich bleibt. Unterhaltsam und voller Potenzial, aber nicht ganz so tiefgründig wie erhofft.